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Im deutschen Reich · 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. 323

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 5 (Mai 1907)
Article
Der Kampf zwischen Judentum und Christentum in den ersten drei christlichen Jahrhunderten [Rezension]
Date
1907-05-01
Page
323 (sequence 4)
Language
German
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Bücherschau. 328 die Palästinensischen Apostel nicht tun wollten, wagte der hellenistische Jude Paulus, nämlich die völlige Beseitigung des Gesetzes. Der Glaube an Jesus sollte genügen, um sündenrein werden, und der Rechtgläubige durfte gar nicht das Gesetz befolgen. Damit war erst der Bruch mit dem bisherigen Judentum vollzogen. Die Behauptung des Paulus, das Reich Gottes werde den andern Völkern gegeben, während Israel zugrunde gehen müsse, mußte natürlich Zum Kampfe herausfordern. Leider haben wir keine jüdischen Quellen über dieft Kämpfe, nur Parteischriften: das Neue Testament und du Kirchenväter. Die Juden wehrten sich, nach dem Berichte dieser Quellen, ndem sie die Menge gegen Paulus und seine Genossen aufviegelten, sie aus den Städten trieben und die von ihnen Begehrten aus der Synagogengemeinschaft ausstießen. Es ist ken- Wunder, wenn das Judentum sich kräftig Zur Wehr setzte, da es sich uw seine Existenz handelte. Die Juden der Diasporc wurden von den Fluten der Christusbewegung erdrückt, während man in Palästina mit dem Aufstand gegen Rom Zu tun hatte. Anspielungen und Beziehungen auf die neue Lehre finden wir später zuerst bei den Gesetzeslehrern Gamaliel II. und Josua h. Chananja. Ziegler zweifelt nicht daran, daß diese beiden Talmudlehrer auf ihrer Reise nach Rom im Jahre 95 die dortige Christengemeinde kennen lernten, und er hält es nicht ,’lr unwahrscheinlich, daß sie und andere Gelehrte, wie R. Akiba, die Verbreitung des damaligen Christentums nicht ungern sahen, veil sie in ihm einen Vorläufer des Judentums erblickten. Als uw das Jahr 220 Caesarea christlicher Bischofssitz wurde und damit das Christentum in Palästina wieder eindrang, kämpften jüdische Gelehrte eifrig gegen die neue Lehre, zumal gegen die christlichen Dogmen. Bisher war nämlich das Wichtigste noch intakt geblieben, nunmehr aber begann die dritte Entwicklungsphase des Christentums mit der Anerkennung der Gottessohnschaft Jesu, der Trinität, durch Verschmelzung des Messiasglaubnes witder heidnischen und jüdisch-alexandrinischen Philosophie jener Epoche. Außer dem Inhalt des Christentums waren auch die führenden Personen andere geworden; jetzt waren es yeidenchristen, Griechen und Römer, die den Judenhaß von der damaligen römischen Schriftstellern gelernt hatten. Doch zeigt die neue Lehre noch Abhängigkeit vom Judentum durch die aus

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