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Im deutschen Reich · 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. 324

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 5 (Mai 1907)
Article
Der Kampf zwischen Judentum und Christentum in den ersten drei christlichen Jahrhunderten [Rezension]
Date
1907-05-01
Page
324 (sequence 5)
Language
German
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324 Im deutschen Reich. dem Alten Testament geschöpften Beweise für ihre Ansichten. Die jüdischen Gelehrten hatten nun vielfach diese Beweise zu widerlegen. Das wahre Judentum hätte sich selbst aufgegeben, wenn es Paulus in der Beseitigung des Gesetzes gefolgt wäre. Mögen wir auch annehmen, daß es dann vielleicht nicht zum Trinitätsglauben gekommen wäre, immerhin wäre das Judentum mi. seinem reinen Monotheismus nicht welterobernd geworden. Denn Zur ungetrübten Reinheit dieser Idee bedarf es einer jahrhundertelangen geistigen und religiösen Erziehung, wie es ja bei Israel selbst lange gedauert hatte, bis es sich Zu der Höhe in der Ethik und Religiosität durchrang. Die griechischrömische Intelligenz hätte der Monotheismus vielleicht mit de? Zeit gewinnen können, der großen Menge der Heiden mußte: aber Konzessionen gemacht werden. Die unnachgiebige Haltung des Judentums hat nicht nur dieses erhalten, sondern auch das Christentum vor völligem Aufgehen in das Heidentum bewahrt. Das Lebensziel der Weisen war die Erhaltung der Religion durch die Nation, sie wußten, daß das Verschwinden des jüdischen Volkes auch das Verschwinden des Monotheismus bedeutet. Darum hielten sie an dem Gesetze fest; es war ihnen eine eiserne Mauer, die Israel zur Festigung der religiösen Anschauungen von der heidnischen Welt abschloß. Die jüdische Lehre selbst aber ist ihrem Wesen nach universalistisch. Daß die Griechen und Römer diese den Monotheismus erhaltende Bedeutung der Absonderung des Judentums nicht begreifen konnten, ist verständlich. Wenn aber moderne christliche Theologen die jüdischen Gesetze als einen Ausfluß des Parükularismus ansehen, so tun sie es nur, weil sie gewöhnt sind das Judentum zur Zeit Christi und späterhin als religiös minderwertig anzusehen und das Christentum als Ueberwindung des Judentums zu bezeichnen. Die Mahnungen zu Werken der Barmherzigkeit und Liebe bilden den Kern unserer Lehre, das Gesetz aber ist der Pfeiler unseres Bestandes gewesen, und wir dürfen es nicht aufgeben, wenn wir den unverfälschten Monotheismus erhalten wollen. Die Ausführungen Zieglers sind klar und einleuchtend, und sie regen dazu an, sich in eine der interessantesten Epochen, der Religionsgefchichte tiefer zu versenken. Rabbiner Dr. Stein, Dresden.

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