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Im deutschen Reich · 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. 322

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 5 (Mai 1907)
Article
Der Kampf zwischen Judentum und Christentum in den ersten drei christlichen Jahrhunderten [Rezension]
Date
1907-05-01
Page
322 (sequence 3)
Language
German
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322 Jn\ deutschen Reich. bewundert das Judentum, bewundert die jüdische Ethik. (S. 26.) Sogar sein Auftreten als Messias konnte nicht Anlaß zum Hasse geben. Im Judentum lebte schon lange der Gedanke an einer Messias, der sittlich, religiös, politisch die Krone der Welt seir sollte. In Palästina wurde seine Bedeutung mehr politisch aufgefaßt; gerade bei der schlimmen Wirtschaft des Herodes und der römischen Prokuratoren war man auf seine Ankuns gespannt. In der Diaspora dagegen, wo der sittliche Berfa! sehr groß war, hatte der Messias mehr eine sittliche Aufgabe Zu erfüllen, und hier ist Jesus zum Erlöser des Volkes geworden allerdings erst nach seinem Tode, durch die Wirksamkeit des Apostels Paulus. In Palästina galt Jesus als Befreier des Volkes von schwerem Drucke, der zugleich die Herrschaft der Gerechtigkeit und Liebe herbeisühren würde. Die Pharisäer hätten gewiß keinen Grund gehabt, ihn deshalb zu bekämpfen, da sie sich ja gegen die Römerherrschast durchaus auflehnten und die Erfüllung der sittlichen Pflichten ihnen als das Höchste galt. Nur die beim Volke verhaßten Herodianer, die Partei der Familie des Herodes, suchten die Hoffnung auf einen nationalen König aus einem andern Hause zu vernichten. Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit haben sie vereint mit den ihnen untergeordneten Hohenpriestern und Adligen und vielleicht mit einiger gefärbten Pharisäern seine Kreuzigung bei Pilatus erzwungen Da es zur Zeit der Redaktion des ältesten Evangeliums, de Markus-Evangeliums, nur noch Pharisäer gab, wurde ihnen aDt Schuld zugeschrieberr. Nach dem Tode Jesu verkündigten seine Jünger, er sei der Messias gewesen, und zwar der politische Erlöser, der wieder vom Himmel hermedersteigen würde, uw das Reich Gottes in Israel auszurichten, wenn das Volk Buße getan haben würde Aus Furcht vor den Herovianern wußten aber die Anhänger Jesu sich flüchten, und sie wandten sich an die Juden der Diaspora. Es gelang ihnen zwar nicht, letztere zum Glauben an Jesus zu bekehren, wohl aber gewannen sie Zahlreiche Griechen, die mit dem sittlich - religiösen Kern des Judentums sympathisierten und den monotheistischen Gottesgedanken ausgenommen hatten. Da diese aber das jüdisch-nationale Gesetz nicht ausüben wollten, so wurde es ihnen erlassen, während die als Juden geborenen Christusgläubigen ruhig dabei blieben Auf die Dauer war dies aber kein erträglicher Zustand. Was

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