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Im deutschen Reich · 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. 321

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 5 (Mai 1907)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1907-05-01
Page
321 (sequence 16)
Language
German
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IRI
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BereLnskachrichLen. 311 pädagogischem und religiösem Gebiete veranlaßten. Besonders mächtig wußte diese Bewegung auf die jüdischen Kreise Berlins einwirken. Die durch die französische Aufklärungs-Philosophie auch in Deutschland verbreitete humanere Gesinnung hatte in die GheLLomauern eine Bresche gelegt und die durch Moses Mendelsohn bewirkte engere Berührung der deutschen Juden mit deutscher Kultur gebildeten Juden wie David Friedländer nicht nur mit dem Wunsch erfüllt, sondern auch in die Möglichkeit versetzt, mit christlichen Kapazitäten in innigeren gesellschaftlicher Verkehr zu treten. Aus diesem „Milieu" erklärt es sich, daß der durch diese Errungenschaft sich beglückt fühlende David Friedländer einerseits für seine Glaubensgenossen unablässig und erfolgreich tätig war, anderseits aber bei seinem Bestreben, seiner christlichenFreundennochnäherzu treten, überdas Zielhinausgeriet. Er wollte auf die Juden erziehlich wirken durch Begründung einer von ihm selbst geleiteten jüdischen Freischule, durch die von ihm verfaßten pädagogischen Schriften und Anbahnung eines reformierten Gottesdienstes mit deutscher Predigt und deutschen Gebeten; er trat in Wort und Schrift dafür ein, daß ^en preußischen Juden die bürgerliche Gleichberechtigung gewährt, der jüdischen Religion jede staatliche Beeinstussung ferngehalten werde. Ein Teil dieser Forderungen wurde nach langem Zögern von der Regierung unter dem schweren Druck politischer Verhältnisse durch das Edikt vom 11. März 1812 erfüllt. Lange vorher aber hatte die Ungeduld, mit der Friedländer und fehtf Freunde eine Verbesserung der Lage der preußischen Juden ai gestrebt und erwartet hatten, diesen Kreis in den Irrwahn ver jetzt, die innere und äußere Gleichstellung der Juden in Preußen urch eine Umwandlung des Judentums erzielen zu können. In unem 1799 „im Aufträge von einigen jüdischen Hausvätern" von Friedländer an den Probst Teller gerichteten Schreiben wurde nämlich dem grundfalschen Gedanken Ausdruck gegeben, -aß die Juden unter gewissen Kautelen sich der herrschenden Religion anschließen könnten. Sehr richtig antwortete darauf der würdige christliche Geistliche, daß es bei dem religiösen Bekenntnis nicht auf den Namen, sondern auf die Ueberzeugung ankomme, und daß Friedländer auch als Jude für seine Stamweszenossen Gutes wirken könne. Daß Friedländer zu seinem verkehrten und auch in seinen Folgen verhängnisvollen Schritt durch eine ihm eigentümliche Eitelkeit und seine Abneigung

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