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Im deutschen Reich · 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. 320

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 5 (Mai 1907)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1907-05-01
Page
320 (sequence 15)
Language
German
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IRI
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Iw deutschen Reich. %U) Sonderbestimmung für die Provinz Posen, wie schwer man sick in Preußen in bezug auf die Judengesetzgebung von veralteten Anschauungen zu trennen vermocht habe. Um so beharrlicher müsse der Central-Verein sich bemühen, die Erfüllung der berechtigten Forderung der preußischen Juden herbeizusühren, daß endlich auch bei ihnen den gleichen Pflichten gleiche Rechte gegenüberstehen, daß aber auch die nicht mehr zeitgemäßen Schranken fallen, die sie im gesellschaftlichen Leben einengen, weil diese auf die Handhabung der Gesetze nicht ganz ohne Ein fluß bleiben. — Der Vortrag wurde mit Beifall ausgenommen, und der Vorsitzende drückte unter Anerkennung der geschickten Behandlung des schwierigen Themas dem Redner der Dank des Vorstandes aus. An der sich anschließenden Debatt beteiligte sich außer Herrn Carl Schwarz das Vorstands Mitglied Herr Sanitätsrat Br. Wiesenthal, der, von der Schilderung der früheren Stellung der Juden in Deutschland und anderen Staaten ausgehend, auf die Schwierigkeiten kam, mit denen sie jetzt Zu kämpfen haben und dabei insbesondere die Art geißelte, in der die deutsche Antisemitenpresse die Judenhetze in Rumänien zu beschönigen sucht. Im Schlußwort mahnte Herr Professor Br. Blaschke die Anwesenden, mit dazu beijitltagett, daß in immer weiteren Kreisen die Bestrebungen de Central-Vereins bekannt und gewürdigt werden. Für die am 15. April d. Js. in Berlin W., Potsdamerüraße 9, abgehaltene allgemeinen Versammlung des Central-Vereins hatte Herr Rabbiner Br. Samuel aus Essen einen Vortrag über „David Friedländer, der erste preußische Stadtrat jüdischen Claubens^ Zugesagt Redner schilderte den Lebensgang Friedländers, der am 6. De-zember 1750 in Königsberg i. Pr. geboren, 1771 nach Berlin kam, hier in Beziehung zu Daniel Jtzig und Moses Mendelsohn trat und letzteren so verehren lernte, daß Friedländer nach s inem 1836 erfolgten Hinscheiden die Grabschrif erhielt: „Treuer Schüler des weltweisen großen Mendelsohn.^ Was Friedländer zum Lobe und was ihm Zum Tadel gereicht, ist teils auf seine Bewunderung des Meisters, teils auf die Strömungen Zurückzuführen, die damals unzählige Gemüter heftig bewegten und eine Umwälzung der Anschauungen auf politischem und wissenschaftlichem, insbesondere aber auf

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