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Im deutschen Reich · 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. 284

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 5 (Mai 1907)
Article
Eine Berliner jüdische Familie aus dem 18. Jahrhundert
Date
1907-05-01
Page
284 (sequence 6)
Language
German
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284 Im deutschen Reich. was Du willst, soll geschehen, und Gott wird Dich ferner segnen auf allen Deinen Wegen l* Warum ist diese echtjüdische Glaubenstreue nicht erblich geblieben in der Familie des reichen Daniel Jtzig?! — — — Man nimmt gewöhnlich an, daß es bis zum Jahre 1812 in der preußischen Ärmer überhaupt keinen jüdischen Soldaten, geschweige denn jüdische Offiziere gegeben hat. Das ist ein Irrtum. Gesetzlich wurden >'ie Juden allerdings erst du-ch Artikel 16 des Judenedikts von 1812 zum Militärdienst verpflichlet, aber schon 25Jahre früher unter Friedrich Wilhelm II. müssen Jade« in der Armee g dient haben. Beweis ist das nachfolgende General - Schutz - Privilegium eines Neffen von Daniel Jtzig namens Lion Wolfs, der ausdrücklich als Polizei-Inspektor der preußi'chen Armee bezeichnet wird. Diese Charge war damals (relata refero) gleichbedeutend mit dem Range eines Hauptmanns. D r Vater dieses Lolizei-Jnspektors, Koßmann Wolff, war der Schwager von Daniel Jtzig. Woher diese Familie stammt, ist mir (oem Enkel des Lion Wolff) noch heute unbekannt. In seiner Eigenschaft als Polizei-Inspektor begleitete der Genannte den König auf seinen Reisen, und er soll bei einer solchen Gelegenheit den Monarchen aus einer Lebensgefahr gerettet haben. Das Nähere hie über ist nicht bekannt, doch ist das außergewöhnliche Privilegium immerhin ein Beweis, daß der König diesen jüdischen Armeebe unten hochschätzte. Als besondere Belohnung verlieh der König ihm und seinem Sozius Michel Lewin Bromberger (die Nachkommen dieser Familie sind nicht mehr zu find n) die Münipacht für das Fürstentum Ostfriesland. Der ehemalige Polizei-Inspektor aus Berlin zog nun als Münzpächter nach dem Nordsee strande, nach Emden. Während lein Associe von dort Schiffe nach China ausrüstete und dieser Jude so der Gründer des heute noch blühenden Tee-Jmpo-ts murre, ließ Lion Wolff so lange Münzen prägen, bis er selbst keinen Taler mehr sein eigen nannte. Die Schiffe gingen bei einem Seesturm verloren, das Silber girg aus und der ehemalige Polizei-Inspektor starb auf einer Reise als armer Mann in Holberstadt. So kam es, duß ein jüdischer Münzpächter seinen christlichen Nachkommen Millionen hinterließ, dieser dagegen als

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