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Im deutschen Reich · 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. 275

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 5 (Mai 1907)
Article
Wie wehren wir dem Abfall vom Judentum?
Date
1907-05-01
Page
275 (sequence 11)
Language
German
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Wie wehren wir dem Abfall vom Judentum? 275 gebildet haben und in ihnen Männer von hervorragender Bedeutung, ja man kann wohl sagen, die geistige Elite der deutschen Juden, laut und vernehmlich sich mit Stolz zum Judentum bekennen und ihre Stimme erschallen lassen für die Interessen des Judentums, hat sicherlich auf viele Schwankende wohltätig gewirkt. Aber wenn das Judentum im Kampfe gegen alle Angriffe und Anfeindungen bestehen, wenn es allen Gewalten zum Trotz sich erhalten" soll, dann muß mehr als bisher in den Vordergrund der Erörterungen die Frage gestellt werden, wie am wirksamsten für die allgemeinere Verbreitung der genauen und eingehenden Kenntnis des Judentums, seines innern Wesens, seiner Geschichte, seiner Literatur gesorgt werden kann. Nur wenn der dunklen Geiühle Gewalt, die wohl auch in dem gleichgültigsten Herzen schlummern, zu lebendiger Liebe und Begeisterung für das Erbe unserer Väter entfacht wird, nur wenn das Verständnis für seinen Wert, wenn die Einsicht und Erkenntnis gefördert wird, daß die Liebe der Eltern zu ihren Kindern auf falschem Wege ist, wenn sie sie aus dem Boden reißen, in dem sie wurzeln, erst wenn die liebevolle Pflege unserer großen Traditionen als eine Ehrenpsticht allgemein anerkannt wird, wird wirksam und dauernd dem Abfall vom Judentum Einhalt getan sein. Es ist in den letzten Jahrzehnten manches geschehen für die Förderung der Kenntnis des Judentums unter den Erwachsenen wie unter der Jugend. Die Vereine für jüdische Geschichte und Literatur haben sicherlich wohltätig gewirkt, die Bemühungen um die Hebung des jüdischen Religionsunterrichts in den Schulen sind nicht ohne Erfolg geblieben. Aber viel bleibt noch zu tun übrig. Es müßte für die allgemeinere Verbreitung der besten Schriften über das Judentum, insbesondere über die jüdische Geschichte und Literatur gesorgt werden. Die von Liebe und Begeisterung getragenen Predigten hervorragender jüdischer Kanzelredner (aus älterer und neuerer Zeit) müßten auch den minder Bemittelten zugänglich gemacht werden. Vor allem aber müßte unermüdlich weitergesorgt werden für die Förderung und Vertiefung des Religionsunterrichts in den Schulen. Besonders muß dahin gewirkt werden, daß in all n höheren Schulen der jüdische Religionsunterricht bis zum Schluß obligatorisch und Prüfungsgegenstand

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