Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 4 (April 1907)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1907-04-01
- Page
- 240 (sequence 12)
- Language
- German
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240 Im deutschen Reich. düng der Behörden durch seine schwarze Bande die scheußlichsten Gewalttaten gegen Juden und Ausländer verüben ließ. Das dadurch veranlaßte Einschreiten der ausländischen Konsuln wurde von den mit dem Verbände liierten Höflingen benutzt, den Zaren zugunsten des lässigen Generalgouverneurs von Odessa zu beeinstussen. In einem Artikel der „Rußkoje SnawjaZ des Organs des „Schwarzen Hunderts", wurde gesagt, man solle nicht vergessen, daß Generalgouverneur Kaulbars nur dem Kaiser, aber nicht jüdischen und englischen Konsuln verantwortlich sei, vor denen Jswolsky, der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, zittere. Der „Verband des ruffischen Volkes" verlangt vom Zaren dringend und, wie es scheint, mit Erfolg daß der Prozeß Herzenstein den finnischen Gerichten abgenommen und russischen Gerichten übertragen werde. Wenn der Zar nicht von diesen Einflüssen befreit wird, ist eine ersprießliche Tätigkeit der versammelten russischen Volksvertretung völlig ausgeschlossen. In den Reihen der freisinnigen Mehrheit der „Duma" herrscht eine sehr entschlossene Stimmung, die sich zunächst durch die von allen Fraktionssitzungen der linken Parteien beschlossene strenge Kontrolle der Wahlen kundgeben wird. Eine solche Kontrolle dürste die Kassation von etwa 22 bis 25 konservativen Mandaten nach sich ziehen. Die Ungültigkeitserklärung der Wahl des berüchtigten Kruschewan und des nicht minder berüchtigten Purischkewitsch ist so gut wie gewiß, da bei der Wahl dieser beiden sauberen Herren sogar die Seelen Verstorbener ihre Stimme abgegeben haben sollen. Bei den diesmaligen Wahlen zur Duma scheint, vielleicht unter richtiger Würdigung der politischen Lage auch von jüdischer Seite, die Frage der jüdischen Kandidaturen anders beurteilt worden zu sein, als bei den Wahlen zur ersten, der Auflösung verfallenen Duma. Während diese 14 jüdische Mitglieder umfaßt hat, sind diesmal nur drei Juden gewählt worden: in Kowno Abramsohn, der dem Verein für jüdische Gleichberechtigung angehört, in Jekaterinoslaw der Ingenieur Rabinowitsch und in Mitau der Zionist Schapiro. In allen großen jüdischen Zentren sind die Juden unterlegen. Die Voraussetzung, daß sie bei den Endwahlen — wie im Vorjahre — die Unterstützung der Bauern