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Im deutschen Reich · 1907-04-01 · Heft 4 (April 1907) · p. 239

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 4 (April 1907)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1907-04-01
Page
239 (sequence 11)
Language
German
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Umschau. 239 Unterrichtsministerium, mit den anderen Regierungen in Ver bindung zu treten und durch einheitliche Regelung der Ausnahmebestimmungen dafür zu sorgen, daß diese Elemente ferngehalten werden." Im Verlaufe der vorangegangenen Debatte hatte ein jüdischer Student unter lebhafter Zustimmung geäußert, daß diese Ausländersrage im Grunde nur eine Judenfrage sei. Hier also heißt es: Nostra res agitnrt In keinem Lande der Welt ist ein Ausweisungsgesetz mit solcher Strenge gehandhabt worden, wie in Rumänien, das in dieser Beziehung als abschreckendes Beispiel dienen darf. Dort hat man bisher ein solches Gesetz nicht nur gegen die iw Lande wohnenden fremden Staatsangehörigen, sondern auch gegen die Rumänen jüdischen Glaubens angewandt, die keinem fremden Staatsverbande angehören, seit Generationen iw Lande ansässig sind und alle Pflichten der rumänischen Staatsbürger, in erster Reihe die Militärpflicht erfüllen, trotzdem aber von der rumänischen Verfassung und Derwaltungspraxis als Fremde behandelt werden. Die dadurch für die Nachbarstaaten gezeitigten Folgen sollen neuerdings zu diplomatischen Erörterungen Anlaß gegeben haben. Auch hervorragende Führer der liberalen Partei in Rumänien, die früher als Gegner der Juden galten, scheinen sich von der Unhaltbarkeit dieser Zustände überzeugt zu haben. In einer kürzlich abgehaltenen Parteiversawwlung erklärte Sturdza, die Lage der Juden sei eine überaus traurige, aber alle, die auf demselben Boden geboren seien, sollten Brüder sein. Die liberale Partei betrachte alle Menschen als ebenbürtig, und das gelte auch von den Juden. In derselben Versammlung äußerte Dr. Petriw, ein hervorragender liberaler Politiker aus Galatz, es wäre vorteilhaft, die Juden zu rumänischen Bürgern zu machen; mit ihren ausgezeichneten Eigenschaften würden sie dem Lande Nutzen bringen. Auch der Führer der Junimisten, Carp, sprach sich entschieden für die Naturalisation von Juden in großem Maßstabe aus. Ob sich die Zustände in Rußland bessern werden, hängt im wesentlichen davon ab, ob und wie die Regierungspolitik sich von dem verderblichen Einfluß des fanatischen „Verbandes des russischen Volkes" befreien wnd, der noch im Monat Februar in Odessa unter stillschweigender Dul-

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