Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 4 (April 1907)
- Article
- Die erste Delegierten-Versammlung
- Date
- 1907-04-01
- Page
- 215 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316753-2316758-2338104--16247-2338181- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die erste Delegierten-Versammlrmg. 215 Eröffnung der Aussicht auf ausgedehntere Berücksichtigung der Anregung. Direktor Deutschländer - Hamburg empfiehlt nicht nur dem Vorstand, sondern auch den einzelnen Delegierten die Verbreitung von Büchern judenfreundlicher Autoren durch Schenkungen an Volkslesehallen. Lad ewig-Chemnitz bezeichnet das korrekte Auftreten den Behörden gegenüber als das beste Mittel, das Recht zu erkämpfen und unliebsame Vorurteile Zu beseitigen; im allgemeinen solle man den Spruch beherzigen: „Sich wehren bringt Ehren!" Rechtsanwalt Dr. Cahen-Cöln meint, es sei besonders nötig, die christlichen Mitbürger über das Wesen unserer religiösen Einrichtungen aufzuklären; hier herrsche noch eine unglaubliche Unkenntnis vor. Nachdem noch der Delegierte Wollenberger-Heilbronn sich über die Oppelner Anregung geäußert hat, wird dieser Gegenstand der Beratung als erledigt erachtet. Bezüglich der Anregung des Zahnarztes M. Lipschitz- Berlin: „Der Central-Verein wolle Schritte unternehmen, um durch Vorträge bezw. geeignete Schriften die deutschen Studenten, besonders christlicher Konfession, über das Wesen des Judentums aufzuklären", gibt Dr. Apfel-Cöln dem Wunsche Ausdruck, mit Rücksicht auf die demnächstige Besprechung der „Jugendfrage" in einer zukünftigen Delegierten-Versammlung, diesen Gegenstand von der Tagesordnung abzusetzen. Mit diesem Vorschlag erklärt man sich mit Rücksicht auf die vorgerückte Stunde einverstanden. Die Ortsgruppe Halle hatte Folgendes angeregt: „Es empfiehlt sich, den Delegierten mit Rücksicht auf die hohe Belastung der Vereinskasse nur die Fahrtkosten 2. Klasse zu erstatten, weil die Delegierten in der Regel in der Lage sind, die übrigen Kosten selbst tragen zu können. Es sollen aber die Delegierten verpflichtet sein, die ihnen laut Beschluß zustehenden Beträge anzunehmen." Auch dieser Antrag verfiel der Vertagung. Eine Anregung des Rechtsanwalts Dr. Holländer- München lautere: „Es sollen Berichte über die politische und gesellschaftliche Stellungnahme von national-