Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 4 (April 1907)
- Article
- Die erste Delegierten-Versammlung
- Date
- 1907-04-01
- Page
- 210 (sequence 10)
- Language
- German
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210 Fm deutschen Reich. Pr. Littmann-Breslau meint, ba% die Ortsgruppen nur dann Wertvolles leisten können, wenn sie ein gewisses Maß von Selbständigkeit erhalten, deren Grenzen Zu überschreiten sie ihr Pflichtgefühl sicher verhindern würde. Pr. Feld mann-Stuttgart bezeichnet es als durchaus notwendig, Landes- und Provinzialverbände in den verschiedenen Landesteilen Zu begründen, weil die Verhältnisse in den Bundesstaaten Deutschlands doch sehr verschiedenartige seien. Die Erfahrung habe gezeigt, daß es dem Central-Vereins-Borstand nur mit Hilfe eines, mit den lokalen Verhältnissen in den einzelnen Orten des betreffenden Staates genau vertrauten Landesverbandes .möglich sei, die rechten Männer mit dem Amte des Vertrauensmannes Zu betrauen und über die Opportunität der Verbreitung von Flugblättern u. dgl. m. immer eine völlig richtige Entscheidung Zu treffen. Abgeordneter Rechtsanwalt Pr. Cohn-Dessau versichert, daß ihm die Resolution Waldstein sympathisch sei. Die Zusammensetzung des Central-Vereins-Vorstands und die bewährte Kraft seiner Vorsitzenden seren eine hinreichende Bürgschaft dafür, daß die Ausarbeitung der Statutenänderung mit Takt und unter Berücksichtigung der Erfordernisse der verschiedenen Landesteile erfolgen werde. Nachdem alle andern bezüglichen Anträge zurückgezogen worden, findet die von Rechtsanwalt D. F. Waldstein- Altona vorgeschlagene Resolution einstimmige Annahme. Der Breslauer Unterantrag wird als erledigt erachtet. Der Vorsitzende knüpft an die Verlesung der Präsenzliste die Bemerkung, daß der Central-Verem stolz darauf sein könne, solche jüdischen Intelligenzen aus allen Teilen Deutschlands um sich versammelt zu haben. Mit besonderer Freude aber begrüße der Vorstand die Anwesenheit des Vertreters der Mannheimer Mitglieder als einen Beweis der Wiederannäherung der „Vereinigung der Badischen Israeliten^, die auf das Entgegenkommen seitens des Central-Vereins um so mehr rechnen könne, als dieser den größten Wert daraus lege, daß sich unsere Glaubensgenossen in diesem äußersten Teile Deutschlands nicht länger gegen den Zusammenschluß mit der Zentralen Vereinigung der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens sträuben. Nun erhält als Referent über den Punkt 3 der Tagesordnung „Die letzten Reichstogswahlen", Pr. Jos. Lewy-