Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 3 (März 1907)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1907-03-01
- Page
- 163 (sequence 10)
- Language
- German
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Umschau. 163 schwere Geldsorgen verdüstert. Durch die Verschmelzung der radikal-antisemitischen „Staatsbürger-Zeitung" mit der von ihm begründeten christlich-sozialen Zeitschrift „Das Reich" haben sich diese Sorgen zweifellos wesentlich vermehrt, da durch seinen an die christlich-sozialen Anhänger gerichteten Aufruf die erbetene Summe von 60 000 Mk. nicht ausgebracht worden ist und er deshalb einen Ausruf an treue Protestanten mit der Bitte richtet, die 30 000 Mk. aufzubringen, die nötig sind, damit das „Reich" fortbestehen kann und die bisher von seinen Freunden für dieses Blatt gezeichneten 250 000 Mk. nicht vollständig verloren gehen. Wie unvorteilhaft die Uebernahme der „Staatsbürger-Zeitung" durch den Anhang Stöckers gewesen sein mag erhellt übrigens aus der öffentlichen Erklärung, die der antisemitische Abg. Wilhelm Bruhn in der „Driesener Zeitung" veröffentlichte, um sich gegen die Angriffe zu rechtfertigen, die von dem Antisemiten Plack-Podgorski in einer „von Beschimpfungen strotzenden Flugschrift" gegen ihn gerichtet worden sind. Es handelt sich dabei um 3000 Mk., die Frau Rudolph Hertzog Bruhn gegeben hat, als er und der verantwortliche Redakteur der „Staatsbürger - Zeitung" Di\ Bötticher im Oktober 1902 in der Konitzer Sache zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Nach der Behauptung Dr. Böttichers sollten diese 3000 Mk. unter die beiden verurteilten antisemitischen Brüder verteilt werden. Bruhn versichert aber, daß er sie erhalten habe, um in erster Linie die Gerichtskosten des Prozesses zu bezahlen. Diese Affäre hat Plack-Podgorski jetzt gegen Bruhn im Wahlkampf verwandt, und der frühere Verleger der „Staatsbürger-Zeitung" sah sich deshalb zu der vorerwähnten Erklärung genötigt, in der er über seine Herausgeberstellung folgende Angaben machte: „Die „Staatsbürger-Zeitung" gehörte einer G, m. b. H., deren Geschäftsführer ich war. Als ich im September 1898 diese Stellung übernahm und einen Geschäftsanteil in Höhe von 32 000 Mk. erwarb, befand sich die Zeitung in einem geschäftlichen Rückgänge. Sie hatte in dem Geschäftsjahr vom 1. Januar 1898 bis 15. September desselben Jahres schon eine Unterbilanz von 17 000 Mk. Das Bemühen, der Zeitung dadurch eine größere Verbreitung zu geben, daß der Abonnementspreis vierteljährlich von 4,50 Mk. auf 3,00 M. herabgesetzt wurde, schlug völlig fehl. Ohne mein Zutun kam im Februar