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Im deutschen Reich · 1907-03-01 · Heft 3 (März 1907) · p. 157

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 3 (März 1907)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1907-03-01
Page
157 (sequence 4)
Language
German
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Umschau. 157 ein Gleis einzulenken, das den Wünschen der beiden apolitischen Pastoren" Stöcker und v. Bodelschwingh entspricht, die das Zusammenhalten von Protestanten und Katholiken vielleicht nur zu vormärzlichen Zwecken erstreben, dann dürfte ihn die jüngste Generalversammlung des Bundes der Landwirte belehrt haben, wohin dieser Weg führt. Auf dem reaktionären Wege käme die Regierung wieder dahin, wo man sich befand, als der Monarch scheinbare absolute Gewalt erhielt, aber in Wirklichkeit von einer Kamarilla beherrscht wurde, die unter der Aera Manteuffel Preußen vorübergehend zu Zuständen geführt hat, die durch den „Schimmel von Bronzell" und die Olmützer Niederlage in trauriger Erinnerung bleiben. Die Darlegungen des konservativen Abg. von Olderrburg-Januschau, die von den Agrariern im Zirkus Busch wie eine Zirkusposse bejubelt wurden, hatten eine sehr ernste Nebenbedeutung, deren Sinn dem deutschen Reichskanzler nicht entgangen sein wird. Er sagte: „Ich hatte eigentlich erwartet, daß Exz. Dernburg, der stellvertretende Kolonialdirektor Hierselbst seine Kolonialpolitik vertreten würde. Wer weiß, wer sich mehr gefreut hätte, wir oder seine alten Freunde von der freisinnigen Vereinigung?" Nach einem kurzen Ausflug aufs koloniale Gebiet betonte er, daß richtige Kolonialpolitik Heimatspolitik nicht ausschließen dürfe. In den Wahlen herrschte auch weniger Kolonialbegeisterung, sie waren vielmehr eine Vertrauensrundgebung für die Aera Bülow, für Bülows Heimatpolitik. „Wenn so viele sozialdemokratische Abgeordneten erschlagen am Boden liegen, so hat sie — das darf man mit Fug und Recht behaupten — das teure Schwein erschlagen. Die Sozialdemokraten haben gegen alle kolonialen Forderungen gestimmt, sogar gegen Bestimmungen zur Unterdrückung des Sklavenhandels und gegen die Maßnahmen gegen die Sklavenjagden. Aus dieser Politik wurde zuletzt kein Schwein mehr klug. Drum hat sich das brave Schwein gegen sie erhoben." Ein schwacher Nasenstüber wurde noch dem Zmtrum erteilt, das doch auf seine ländlichen Wähler Rücksicht nehmen müsse, ein kleiner Rüffel auch den verbündeten Regierungen, die bei dem bevorstehenden Abschluß der neuen Handelsverträge die agrarischen Interessen genügend zu beachten haben. Dann schloß der streitbare Herr v. Oldenburg-Januschau unter tosendem Beifall — „Wir werden, sobald Fürst Bülow den

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