Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 3 (März 1907)
- Article
- Lebenserinnerungen an Moritz Lazarus
- Date
- 1907-03-01
- Page
- 153 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316753-2316757-2337964--16138-2338034- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Leb enserirwerungen an Moritz Lazarus. 153 Gelehrtenwelt in ihm den berufenen Meister verehrte, entspricht es, daß seine Persönlichkeit, obwohl sie selbstverständlich den Mittelpunkt des Werks bildet, doch nicht im Vordergründe der Erinnerungen steht; trotzdem kommt seine Wirksamkeit auch hierbei Zu der gebührenden Verkörperung. Den Gelehrten und Forscher Lazarus kennt die Wissenschaft seit langer Zeit, während die weiteren Kreise der Gebildeten von ihm kaum mehr als den Namen wissen; den Menschen Lazarus kennen und seine Vielseitigkeit nicht minder würdigen zu können, wie die nie erlahmende Tat- und Arbeitskraft des Mannes, dazu bieten die Lebenserinnerungen den besten Anlaß. So manche Mitteilung und so manches Gedicht, das darin zum ersten Male veröffentlicht wird, verdiente wohl allen zugänglich gemacht zu werden. Hierzu möchte wohl auch das folgende reizende Dankgedichtchen von Julius Wolff zu rechnen sein, das er an Lazarus richtete, als derselbe im zweiten Bande des „Leben der Seele" auf die entzückende Lautmalerei des Dichters aufmerksam gemacht hatte. Wie beglückt der Dichter durch die vorbehaltloseAnerkennung des Philosophen wurde, kann aus dem sinnigen Dank entnommen werden, den er ihm in den folgenden zierlichen Versen zu Weihnachten abstattete: Daß mir's mit Katz und Maus geglückt, Macht, ich bin Rattenfänger. Daß ich manch Mädchenherz berückt, Auch etwas Minnesänger. Daß ich des Zechers Durst geschürt, Macht wohl mein eigen Dürsten, Und Landeskinder ausgeführt, Das taten nach mir Fürsten. Doch daß auch den gelehrten Mann Mein schlichtes Spiel bestrickte. Ist mehr als alles Hoffen sann'. Das sich dem Spielmann schickte. Du habe Dank! Mir ist dein Wort Als hoher Ruhm erschienen Und stolz darauf, will ich hinfort Die Ehre mir verdienen. Denn wem gelang, wonach er strebt, Genüge zu bereiten Dem Besten selbst, der hat gelebt Gelebt für alle Zeiten.