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Im deutschen Reich · 1907-02-01 · Heft 2 (Februar 1907) · p. 134

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 2 (Februar 1907)
Article
Major Burg [Rezension]
Date
1907-02-01
Page
134 (sequence 3)
Language
German
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134 Im deutschen Reich. Zuarbeiten, damit dieses in allen 9 Brigadeschulen dem Zeichenunterricht zu Grunde gelegt werden könne; es erschien im Jahre 1822 unter dem Titel: „Die geometrische Zeichenkunst, oder vollständige Anweisung zum Linienzeichnen, zur Konstruktion der Schatten und zum Tuschen." Noch nach vielen Jahren urteilte darüber ein Fachmann, der spätere Direktor der Artillerie- und Ingenieurschule, General Plümissen: „Dieser höchst achtbare, wahrhaft edle Mensch, dieser treue Kamerad und unermüdlich fleißige Lehrer hat seit Beginn der Schule bis jetzt (1849) unendlich viel Nutzen gestiftet. Man kann mit Recht sagen, daß er das Artilleriezeichnen ganz neu geschaffen und vom Handwerk zur Kunst umgestaltet hat." — Aber trotz dieser Anerkennung von hoher und allerhöchster Seite sollte Burg doch noch manches Mal daran erinnert werden, daß es einem Juden in hoher Stellung nicht leicht gemacht wird, seiner Religion die Treue zu bewahren. Vor seiner Ernennung zum Hauptmann äußerte der König die Erwartung, „daß Sie durch Ihre Bildung, Stellung und religiöse Ueberzeugung wohl bereits diejenige Annäherung zum Christentum in sich fühlen, welche Sie dazu bewegen würde, durch förmlichen Uebertritt zur christlichen Religion zugleich jeden Anstoß zu Ihrer ferneren Beförderung aus dem Wege zu räumen." Würdig aber entschieden wies Burg diese Zumutung Zurück; er wollte „den Frieden seiner Seele nicht aufs Spiel setzen" für einen Rang oder Titel, den er sich wohl bewußt war, durch seine Leistungen verdient zu haben. Wohl erwiderte der König auf ein erneutes Gesuch des Prinzen August noch einmal (6. Dezember 1830): „Ich kann den Oberleutnant Burg nicht zum Hauptmann von der Armee ernennen und verspreche mir von seiner geistigen Ausbildung, er werde noch Zur Erkenntnis der Wahrheit und des Heils des christlichen Glaubens gelangen"; aber ehe zwei Jahre vergingen, war dieses non possurmis überwunden, und Burg erhielt seine Ernennung zum Hauptmann. Unter Friedrich Wilhelm IV. hatte er weniger mit Schwierigkeiten zu kämpfen: er erhielt die große goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft, wurde von den Offizieren der Artillerie- und Ingenieurschule zum Vorsitzenden des Ehrenrats gewählt und im März 1847 zum Major ernannt. So stieg er von Stufe Zu Stufe, ohne sich selbst untreu zu werden; er bewies vielmehr durch feine Teilnahme an dem Gottesdienst und an der Verwaltung der jüdischen Gemeinde,

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