Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1907)
- Article
- Major Burg [Rezension]
- Date
- 1907-02-01
- Page
- 133 (sequence 2)
- Language
- German
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Bücherschau. 133 Fortkommen bei der Waffe durch Ihre Religion nicht beeinträchtigt werden soll."— Diese Worte des Hohenzollernprinzen-- wer könnte sie lesen ohne die schmerzliche Empfindung, daß sie noch heute, fast 100 Jahre nachdem sie gesprochen worden, nur Worte geblieben sind, denen die Verwirklichung nicht nur im Heere versagt bleibt — waren dem jungen Freiwilligen Trost und Beruhigung, und Prinz August hat auch Zeit seines Lebens seinem Schützling helfend zur Seite gestanden. — Trotz aller Bemühungen Burgs, ins Feld gegen den Feind geschickt zu werden, mußte er zuerst in Neiße, dann in Spandau bleiben; im September 1811 wurde dem nunmehrigen Unteroffizier der mathematische Unterricht in der neu zu errichtenden Artillerie- Brigadeschule übertragen, und damit begann für ihn eine Tätigkeit, in der er sein bestes Können entfalten und dem preußischen Heere wesentliche Dienste leisten konnte. Solcher Unterricht war bisher nur von Offizieren erteilt worden, Burg war der erste Unteroffizier, der zum Unterrichten berufen wurde, und er hat sich dieses Vertrauens würdig gezeigt. Seine Schüler, Männer, die zum Teil an Dienstrang über ihm standen, wußte er so für sein Fach zu begeistern, daß sie mit Verehrung an ihm hingen, und Prinz August, der dem Unrerricht öfter beiwohnte, ihm feine Zufriedenheit über seine Art zu lehren und die Leistungen seiner Schüler aussprach. — In denselben Tagen, da Napoleon von Elba entwich und den Krieg von neuem entfachte, bestand Burg das Osfiziersexamen, und nun schien auch sein sehnlichster Wunsch, vor den Feind zu kommen, sich zu erfüllen; aber wieder blieb ihm diese höchste Wonne des Soldaten versagt. Nach dem Ende des Krieges führte ihn der Wechsel der Garnisonen bald an die Elbe, bald an die Weichsel, der Dienst, den er jetzt als Frontoffizier zu tun hatte, war ganz nach seinem Wunsch, und besonders in Danzig suhlte er sich recht glücklich in seinen: Berufe; da wurde er vom Könige nach Berlin berufen, um in der neuen Artillerie- und Ingenieurschule Lehrer des Artilleriezeichnens zu werden. Den rührenden Abschied, den seine Kompagnie ihm bereitete, möge man in dem Buche selbst Nachlesen. — Die neue Lehrmethode, die B. für den Zeichenunterricht einführen wollte, stieß zuerst auf Widerspruch, den er nur mit Hilfe seines Gönners, des Prinzen August, überwinden konnte; sie bewährte sich aber in kurzer Zeit so, daß er den Auftrag erhielt, ein auf dieser Methode fußendes Lehrbuch aus-