Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1907)
- Article
- Major Burg [Rezension]
- Date
- 1907-02-01
- Page
- 135 (sequence 4)
- Language
- German
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Bücherfchau. 135 baß er offen und freudig sich zum Glauben seiner Väter bekannte. So hat er „dargetan, daß man ein treuer Jude sein und doch jedem ehrenvollen Berufe so ehrenvoll obliegen kann, wie es bei ihm der Fall war."" Lang, lang ist's her. Wir haben seitdem das Gesetz vom 3. Juli 1869 gehabt, das alle noch bestehenden, aus der Verschiedenheit des religiösen Bekenntnisses hergeleiteten Beschränkungen aufhebt; wir hatten den Krieg von 1870/71, in dem jüdische Krieger nicht minder treu und tapfer als irgend ein Andersgläubiger dem Vaterlande ihre Pflicht erfüllten, wie es Kaiser Friedrich in seinem Erlaß vom 12. März 1888 bezeugte: „Ein jeglicher unter ihnen steht meinem Herzen gleich nahe — haben doch alle gleichmäßig in den Tagen der Gefahr ihre volle Hingebung bewährt." Aber einen jüdischen Offizier sucht man heute vergebens im deutschen Heere; der jüdische Dozent der Philosophie an der Kriegsakademie zu Berlin hat dem neuen Geist der Zeiten weichen müssen, und selbst der Reserveleutnant ist fast nur noch durch die Taufe zu haben für die, die diesen Preis zahlen wollen. Und während in benachbarten und verbündeten Staaten Juden die höchsten militärischen Stellen mit Ehren bekleiden, dürfen im deutschen Reichstage Leute, die ihre Tapferkeit nicht anders als mit dem Munde bewiesen haben, die jüdischen Soldaten verhöhnen und beschimpfen, ohne daß der oberste Vertreter des Heeres sofort für seineUntergebenen eintritt.— Da mag es gut sein, der Jugend zu zeigen, daß es auch im deutschen Vaterlande einst anders war; mag sie Mut und Ausdauer zu dem Kampfe, der auch ihr nicht erspart bleiben nnrd, aus den Worten schöpfen, mit denen Burg der jüdischen Jugend die Darstellung seines Dienstlebens widmet und die schließen mit der Mahnung, jeder möge an seinem Teile dazu beitragen, „daß das Vorurteil gegen die Gemeinschaft Israels schwindet, und daß endlich die herrliche Zeit anbricht, wo Juden und Christen in brüderlichem Verein nur das eine Ziel erstreben: das Wohl und Heil des deutschen Vaterlandes." Neujahr 1907. -I. 8. Die Geschichten des Rabbi Nachmau. Ihm nacherzählt, von Martin Bub er. Verlag der Literarischen Anstalt Rütten & Loening, Frankfurt a. M. Aus einer schwerverständlichen Niederschrift der Schüler des Rabbi Nachman hat Martin Duber eine Reihe von tief-