Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1907)
- Article
- Major Burg [Rezension]
- Date
- 1907-02-01
- Page
- 132 (sequence 1)
- Language
- German
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182 Im deutschen Reich. ylM, Major Burg. Lebensbild eines jüdischen Offiziers. Für Jung und Alt bearbeitet von Oberlehrer Dr. Eugen Wölbe. Berlin 1907. Verlag von Louis Lamm. Das vorliegende Buch, herausgegeben unter Mitwirkung der Jugendschriften-Kommission der Großloge für Deutschland, gibt das Lebensbild eines der wenigen Juden, denen es nach den Freiheitskriegen vergönnt war, als preußischer Offizier zu dienen und bis Zu seinem Lebensende seine Stellung im Heere zu behaupten. Die Darstellung beruht im wesentlichen auf der Geschichte seines Dienstlebens, die B. selbst geschrieben hat, und wendet sich in erster Reihe an die jüdische Jugend, der B. durch sein Beispiel zeigen will, „daß auch in unserem Vaterlande der Jude zu hohen, ehrenvollen Aemtern gelangen kann." Das Leben Burgs, der am 9. Oktober 1789 Zu Berlin geboren, im Jahre 1813 als Freiwilliger in das preußische Heer trat, ist freilich ein stetes, aber erfolgreiches Ringen mit den Schwierigkeiten, die dem Juden in seiner Laufbahn entgegentraten. Als Feldmesser im preußischen Staatsdienst, mitten in den Vorbereitungen Zu dem Examen für das höhere Baufach, folgte er dem Aufruf Friedrich Wilhelms III. „An mein Voll" und meldete sich freiwillig Zum Eintritt in den Heeresdienst. Beim 2. Garde- Regiment Zu Fuß wurde er angenommen, eingekleidet und einexerziert; als er aber bei der Vereidigung sich als Jude bekannte, mußte er seine Uniform wieder ausziehen, weil ein Jude nicht bei der Garde dienen dürfe, und seine Beschwerden dagegen hatten weder bei seinem Major noch bei höheren Instanzen Ersolg. Tief beugte ihn damals dieses Mißgeschick, das ihn um seines Glaubens willen traf, aber es war ihm Zum Heile, es riß ihn nach oben; es bahnte ihm den Weg zu der Tätigkeit, die fortan sein ganzes Leben ausfüllen sollte. Sein Führer und Beschützer wurde Prinz August von Preußen, ein Neffe Friedrichs des Großen, damals Generalinspekteur der Artillerie, der ihm bei seiner Meldung Zu dieser Waffe die Versicherung gab: „Die Religion, Zu der Sie sich bekennen, ist durchaus kein Hindernis. Wenn Sie in die Armee eintreten wollen, um teilzunehmen an dem Kampfe für König und Vaterland, so ist es ganz einerlei, ob Sie Jude oder Christ sind . . - so wie auch Ihr ferneres