Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1907)
- Article
- Berlin
- Date
- 1907-01-01
- Page
- 65 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316753-2316755-2337673--15954-2337780- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Korrespondenzen. 65 — Wie bereits im vorigen Hefte dieser Zeitschrift kurz nntgeteilt worden ist, hat der Tendenz-Paragraph der Verdi ndun gen im LO. eine etwas veränderte Fassung erhalten. Er lautet nunmehr: „Die Verbindungen im K. C. stehen auf dem Boden deutsch-vaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die auch im bürgerlichen Leben die vollständige politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der deutschen Juden erstreben. § 3. Die Verbindungen im K. 0. nehmen keine Stellung zu irgend welchen politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums." — Bei dem am 22. Oktober d. I. mit dem 12. Stiftungsfest der Verbindung „Sprevia" zusammen gefeierten 10jährigen Bestehen des Kartell- Convents ist die Erinnerung an die vor 20 Jahren zu Breslau erfolgte Gründung der „Viadrina" wachgerufen worden, die als erste den Kampf gegen den Antisemitismus ausnahm und deren Prinzipien wenige Jahre später der Central-Verem vom studentischen ins bürgerliche Leben übertragen und in erfolgreicher Weise in Taten umgesetzt hat. — lieber die Lage der Sanitätsoffiziere ist dem „Berliner Tageblatt" von sachkundiger Seite eine Zuschrift zugegangen, in-welcher die Gründe dafür erörtert werden, daß es der Heeresverwaltung an Sanitätsoffizieren gebricht. Es mag zugegeben werden, daß die völlig unzureichende Besetzung der Sanitätsoffizier-Stellen zum Teil aus die in jener Zuschrift geschilderten Verhältnisse Zurückzuführen ist, die diese Stellen christlichen Aerzten nicht gerade sehr begehrenswert erscheinen lassen. Dies würde aber kaum besonders schwer ins Gewicht fallen, wenn man sich entschließen wollte, von dem verfassungswidrigen Ausschlüsse der in dieser Beziehung weit anspruchsloseren jüdischen Aerzte endlich Abstand zu nehmen. In Friedenszeiten kommt in Preußen kein Jude ins SanitätsossiZierkorps; aber für den Kriegsfall greift die Militärverwaltung auf jüdische Merzte zurück, wohl wissend, daß sie unter ihnen stets opferfreudige, vaterländisch gesinnte Männer findet, deren Idealismus groß genug ist, um in der Stunde der Gefahr die erlittenen Zurücksetzungen zu vergessen und bereitwillig mit Herz und Hand zu helfen, wo Hilfe nötig ist. Daß man aus mittelalterlichem Vorurteil in Friedenszeiten sich die Mitarbeit so