Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1907)
- Article
- Berlin
- Date
- 1907-01-01
- Page
- 64 (sequence 3)
- Language
- German
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64 Irn deutschen Reich. Deutschland über Häufigkeit des Gottesdienstes, Benutzung von Orgel und Chorgesang, über die Kultusbeamten, die Besteuerungsverhältnisse der Juden gegeben werden. — Wie alljährlich veranstaltet das Kuratorium der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums auch in diesem Jahre eine Reihe von Vorlesungen zum Vesten des Stipendienfonds dieser Anstalt. Die Vorlesungen, welche im Saale der Gesellschaft der Freunde, Potsdamerstraße 9, abends 8 Uhr, gehalten werden, sind folgende: Am 7. Januar: Herr Rabbiner Br. Ignaz Ziegler (Karlsbad): „UniversitäLsprofessuren für die jüdische Theologie"; am 21. Januar: Herr Rabbiner Br. H. Vogelstein (Stettin): „Ein Staatsmann und Gelehrter des 15. Jahrhunderts, Minister in drei christlichen Reichen. (Isaak Abrabanel)"; am 4. Februar: Herr Archivar Br. E. Zivier (Pleß): „Ueberblick über die Geschichte der Juden in Rußland bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts"; am 18. Februar: Herr Rabbiner Br. M. Warschauer: „Ueber das Gebet"; am 4. März: Herr Br. Jsmar Freund: „Die Idee des christlichen Staates und die Emanzipation der Juden in Preußen" nnd am 18. März: Herr Rabbiner Br. Felix Perles (Königsberg i. Pr.): „Soziale Gerechtigkeit im alten Judentum". — Behufs Wahrung ihrer gemeinsamen Interessen, insbesondere zwecks einmütiger Abwehr antisemitischer Angriffe, hat sich eine Reihe jüdischer Studentenverbindungen zu einer „Vereinigung jüdischer Korporationen" zusammengeschlossen. Der Vereinigung, die im übrigen jeder zugehörigen Verbindung ihre eigenen Tendenzen freistellt und in ihre Selbständigkeit in keiner Weise eingreift, gehören bis jetzt folgende Verbindungen an: Cpreoia im K. 0., z. Z. präsidierende Verbindung, die Vereine jüdischer Studenten zu Berlin und Charlottenburg, der Verein Hasmonaea, die freie Vereinigung Dahlemia und die Verbindung im K. C. Heoellia. Der erste praktische Erfolg, den dieses Zusammengehen gezeitigt hat, ist die Wahl von drei Vertretern zu den akademischen Lesehallen. In den letzten Jahren war stets nur nach hartem Wahlkampf ein jüdischer Student in diese Vertretung gebracht worden, sodaß das jetzige Wahlergebnis zweifellos eine Frucht des einträchtigen Zusammenstehens ist. Hoffentlich wird es der „Vereinigung" gelingen, für das jüdische Element der hiesigen Studentenschaft die gebührende Stellung zu erringen.