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Im deutschen Reich · 1907-01-01 · Heft 1 (Januar 1907) · p. 66

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 1 (Januar 1907)
Article
Berlin
Date
1907-01-01
Page
66 (sequence 5)
Language
German
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vieler AerzLe versagt, deren fachmännische Tüchtigkeit und ideale Gesinnung sie Zu Zierden ihres Standes macht, gehört mit zu den Dingen, die dem Auslände mitunter Anlaß geben, daran zu zweifeln, ob Preußen wirklich an der Spitze aller Kulturvölker marschiert. — Unter der Unterschrift „Antisemitische Wahrheitsliebe^ schreibt die „Freisinnige Zeitung": „Wie wir berichteten, hat das Stöckersche „Reich" vor mehreren Wochen einen wegen Sittlichkeirsverbrechens verurteilten Gipser David Groß inSLuttgart frisch, froh, fromm, frei zu einem Juden gestempelt und eine ans amtlicher Auskunft beruhende Berichtigung des Central- Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens einfach in — den Papierkorb versenkt. Wie entschuldigt sich nun das „Reich" Das Stöcker-Blatt schreibt, es hätte aus die Zuschrift des Central-Verems deshalb nicht reagiert, „weil unser Gewährsmann unsere diesbezügliche Frage unbeantwortet gelassen und wir — wir wollen es gerne gestehen — auch wirklich nicht mehr daran gedacht haben, dieweil wir besseres zu Lun haben, als alle „amtlichen" Informationen und Behauptungen des Central-Vereins auf ihre Richtigkeit hin zu prüfen, zumal wir damit bisher nicht gerade die besten Erfahrungen gemacht haben." — Aus diesen Worten geht so recht deutlich hervor, mit welcher Frivolität das antisemitische, christlichsoziale „Reich" sein Verleumdungswerk gegen die Juden betreibt." — Stimmt! — Wie der „Deutschen Tageszeitung" aus Eisenach berichte: wird, haben die Nationalliberalen des Kreises Eisenach- Dermbach beschlossen, bei den künftigen Reichstagswahlen nicht mehr mit den Antisemiten, sondern mit den Freisinnigen zu paktieren." X Breslau, 15. Dezember. Der Vorstand des deutschkonservativen Vereins für die Stadt Breslau hat dieser Tage au viele hiesige Bürger seine Satzungen mit der Bitte übersandt, diesem Vereine beizutreten. Dieser Aufforderung ist das Programm des deutsch-konservativen Parteitages vom 8. Dezember 1892 Beigefügt, dessen § l mit den Worten schließt: „Wir bekämpfen den vielfach sich vordräugenden und zersetzenden jüdischen Einfluß auf unser Volksleben . . . Wir verlangen für das christliche Volk eine christliche Obrigkeit und christliche Lehrer für christliche Schüler." Daraus erhellt genügend.

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