Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1907)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1907-01-01
- Page
- 59 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316753-2316755--15946-2337774- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Bereirrsnackrichten. 59 angelegenheiten, in deren Verlauf das Vorstandsmitglied, Herr Dr. Jos. Lewp, Gelegenheit nahm, die Lage jüdischen Handwerker, die sich infolge der antisemitischen Bewegung recht ungünstig gestaltet habe, zu beleuchten. In dem überfüllten Oberlichtsaale der „Philharmonie" fand am 5. Dezember d. I. eine allgemeine Versammlung des Central-Verews deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens statt, die Herr Rechtsanwalt Dr. Horwitz mit einer kurzen Ansprache eröffnete, in der er darauf verwies, daß das Thema des angeküadigten Vortrages „Die russische Revolution und die russischen Juden" der Behandlung in dem Kreise deutscher Juden um so mehr wert sei, als die Interessen dieser durch die Zustande in Rußland in mannigfachster Weise berührt werden, und es gelungen sei, in dem verdienstvollen Leiter des „Hilfsvereins deutscher Juden" den denkbar berufensten Interpreten jener Zustände zu finden. Lebhaft begrüßt, leitete Herr Dr. Paul Nathan seinen Vortrag mit einer auf genauester Sachkenntnis beruhenden Schilderung der jetzigen Verhältnisse im Zarenreiche ein, in dem ein absoluter Monarch mit Hilfe einer Anzahl kleiner Satrapen über das Lebensglück von 15O Millionen Untertanen unbeschränkt verfügt, unter denen sich 6 Millionen unserer Glaubensgenossen befinden, deren Schicksal unsere innigste Teilnahme verdient. Der von der zahlreichen Zuhörerschaft mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgte, fast l3/4ftimbige Vortrag, der am Schlüsse mit langanhaltendem Beifall belohnt wurde, ist an leitender Stelle in diesem Heft vollständig miedergegeben. Der Vorsitzende, Herr Dr. Horwitz, sprach dem Vortragenden, der eines der interessantesten Probleme unserer Zeit mit einer wunderbaren Beherrschung des Stoffes und einer seltenen Meisterschaft der Redekunst in dieser Versammlung erörtert habe, den Dank des Vorstandes des Central- Vereins sowie aller Anwesenden aus und veranlaßte diese, durch Erheben von den Sitzen ihrer Anerkennung sichtbaren Ausdruck zu geben. Daran schlossen sich geschäftliche Mitteilungen, die mit Rücksicht auf den tiefen Eindruck des vorausgegangenen Vortrages in kürzester Fassung erfolgten. Es wurde dabei einiger in den letzten Wochen dahin geschiedenen verdienten Mitglieder (Fabrikbesitzer Moritz Rosenfeld - Berlin, Fabrck-