Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1907)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1907-01-01
- Page
- 60 (sequence 9)
- Language
- German
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60 Iw deutschenWeich. besitzer Carl Ullmann - Stadtoldendorf, S. Ottenheimer- Göppingen, Justizrat Gunzenhäuser - Fürth und Professor Dr. Zabludowski-Berlin) gedacht. Sodann berichtete der Redner, daß der im September in Gleiwitz verstorbene Landgerichtsrat Max Hirsche! in seinem letzten Willen den Central- Verein mit einem Leaat von 500 Mk. bedacht habe, ferner daß die Zahl der bestehenden Ortsgruppen des Central-Vereins sich in nächster Zeit durch eine ansehnliche Anzahl im Entstehen begriffener vermehren werde und daß die Vertreter aller dieser Gruppen am 24. Februar 1907 in Berlin zu einer Delegierten- Versammlung Zusammentreten würden, um mit der Zentrale in einen mündlichen Ideenaustausch zu treten, der die Vereinssache wirksamer als alle schriftlichen Verhandlungen fördern könne. Auf eine Umschau über den Stand der Abwehrbewegung glaubte der Vorsitzende an einem Abend verzichten zu können, an dem das tiefe Leid auswärtiger Glaubensgenossen doch den Eindruck wecken müßte, daß wir in Deutschland wenigstens keinen Grund haben, „Schwarzseher" zu sein. Soweit dürfe der Optimismus aber doch nicht gehen, zu vergessen, daß auch wir noch im Kampfe stehen für unsere heiligsten Güter, und daß es mehr als je Pflicht jedes deutschen Juden sei, in und mit dem Central-Verein dafür zu kämpfen, daß unsere Gleichberechtigung eine vollständige Wahrheit werde zum Heil und Segen für unsere Glaubensgenossen und zur Ehre und Wohlfahrt des gesamten deutschen Vaterlandes. (Bufall.) Als nach kurzer Pause die Debatte eröffnet wurde, behauptete Herr Dr. H. G. Heymann, daß zwischen dem Hilfsverein und der Aliiance israelite eine bedauerliche Konkurrenz bestehe, daß ohne den bedauerlicher Weise erschwerten Zuzug ausländischer Juden das Judentum in Deutschland zurückgehen müsse usw. Die sehr ausführliche Rede fand bei einem Teile der Anwesenden Zustimmung, erweckte aber bei dem andern Teile heftigen Widerspruch. Der nächste Redner, Herr Dr. Auerbach, erklärte, daß er, bei der höchsten Achtung vor der Person des Herrn Vortragenden, doch teilweise dem Vorredner zustimmen müsse, und erging sich dann in noch schärferer Tonart über die den nichtdeutschen Juden in Deutschland zuteil gewordene Behandlung, gegen welche energische Proteste seitens der deutschen Juden gefehlt hätten. Gegen diese Behauptung wandte sich der Vorsitzende mit einer kurzen tatsächlichen Widerlegung. Im weiteren Verlauf der Debatte be-