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Im deutschen Reich · 1907-01-01 · Heft 1 (Januar 1907) · p. 53

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 1 (Januar 1907)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1907-01-01
Page
53 (sequence 2)
Language
German
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VereinsnachrichLen. 53 höfischen Kreisen die Unterdrückung dieses aus seine rückschrittlichen Hintermänner vertrauenden Blattes in Anregung gebracht wurde. Die Folgen dieses Treibens machten sich zum Nachteile für das Ansehen Preußens sowohl auf dem Gebiete der inneren wie der auswärtigen Politik in so empfindlicher Weise geltend, daß sich die Urheber selbst den allgemeinen Rückgang der Verhältnisse nicht verhehlten. Dies wies der Vortragende aus Zahlreichen Zitaten aus den Denkwürdigkeiten Niebuhrs und anderen Memoiren der damaligen Führer überzeugend nach. Trotz dieses Niedergangs wirtschaftete die Kamarilla weiter; sie verschuldete die falsche Politik in Hessen und in Schleswig-Holstein, die viel zu weit getriebene Rücksicht aus die russische Negierung und eine völlig grundlose Furcht vor Oesterreich, die zu dem schmählichen Rückzug von Otmütz führte; sie verdächtigte sogar den damaligen Prinzen von Preußen so lange, bis er seinen Wohnsitz nach Koblenz verlegen mußte, damit ihr sein Einfluß auf den König bei ihren Plänen nicht hinderlich sei. Alles beugte sich der Macht dieser Höflingswirtschaft; sogar der Ministerpräsident Otto von Manteuffel, der auf den „Scheinkonstitutionalismus" schließlich verzichtete. Wer sich ihr nicht unterwarf oder ihr unbequem wurde, der wurde entfernt, wie Bunsen, Radowitz, v. d. Heydt u. a. m., und der Polizeipräsident von Hinkeldey wurde, mittels des Duells mit dem guten Pistolenschützen v. Rochow auf noch rücksichtslosere Weise beseitigt. Gegen kleine Gegner halfen die Ohm- und Goedsche - Prozesse. Daß die energischen feudalen und pietistisch gesinnten Mitglieder dieser Kamarilla auch alles daran setzten, die in einer freisinnigen Epoche errungenen Rechte der preußischen Juden wieder einzuschränken, war nur natürlich und wesentlich dadurch erleichtert, daß der für das Mittelalter begeisterte Monarch die Juden zu einer besonderen Klasse im Staate machen und streng jüdisch halten wollte. Er gönnte ihnen Freizügigkeit, Gewerbesreiheit, eigene kommunale Vertreter, wollte sie aber von allen Aemtern im Staate und auch aus dem Heere ausschließen. Die preußischen Juden aber sahen sofort ein, daß der Ausschluß von dem Wehrstand sie mit dem schlimmsten Odium belasten würde, und innerhalb der preußischen Judenheit aller Richtungen fand deshalb der Aufruf des Magdeburger Rabbiners Dr. Ludwig Philippson Widerhall, sich gegen diese drohende Schmach aufzulehnen. Der Redner verschwieg in bescheidener Weise in

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