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Im deutschen Reich · 1907-01-01 · Heft 1 (Januar 1907) · p. 46

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 1 (Januar 1907)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1907-01-01
Page
46 (sequence 7)
Language
German
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46 Zrn deutschen Reich. keine Rechte haben!" Gebt uns volle Rechte, nicht nur auf dem Papier, sondern solche, die nicht in der Handhabung wertlos, im Verwaltungswege illusorisch gemacht werden; laßt unsere Söhne teilnehmen an dem Heereswesen und dem Flottendienst nach gerechter Würdigung ihrer Befähigung; treibt wirklich eine zielbewußte Ostmarkenpolitik, die nicht nur die Niederlassung protestantischer Aerzte in den östlichen Provinzen materiell unterstützt und Beamte dorthin sendet, die gutdeutsch-gesinnte Juden gesellschaftlich boykottieren — dann erst wird Euch deutlich Zum Bewußtsein kommen, daß wir uns für deutsch-nationale Aufgaben Zum mindesten so Zu begeistern imstande sind, wie jeder andere Deutsche! Das Judentum verpflichtet zur Vaterlandsliebe, aber diese ist nicht das Monopol einer einzelnen Partei; in politischer Beziehung kann und soll jeder deutsche Jude sich seine Partei nach seiner freien persönlichen Ueberzeugung wählen. Wenn er sich als Mann von Ehre einer politischen Partei nicht anschließen kann, die seine Glaubensgenossen entrechten will oder auch nur als minderwertig behandelt, so trifft dafür nicht ihn der Tadel, sondern jene Partei, die auf ein so vorurteilsoolles und verfassungswidriges Programm sich festgelegt hat. Diese Programme Zn vernichten, ist eine der ersten deutschnationalen Ausgaben, denn Deutschland kann nur groß sein und bleiben, wenn es nicht mittelalterlichen Schranken wieder aufrichtet, sondern allen seinen Staatsbürgern gleiches Recht gewährt. Das ist aber nur der Fall, wenn einem Manne wie dem Grafen Pückter nicht gestattet wird, was jedem einfachen Arbeiter oder Handwerker als Verbrechen angerechnet würde, wenn die Verwaltungsorgane nicht fortgesetzt ein Treiben dulden, das auf die Dauer selbst die Bevölkerung in den Wahn versetzen muß, daß die jüdischen Bewohner der deutschen Reichs- Hauptstadt straflos beschimpft und bedroht werden dürfen— also vogelfrei sind. So gut, wie man Mittel findet, das Verteilen anderer aufreizenden Flugblätter Zu verhindern, konnte man das massenhafte Austragen von Einladungen Zu Pück!er-Vers amwlungeu hemmen, denn diese Flugblätter enthielten außer verschiedenen Vergleichen mit Ungeziefer Sätze wie: „Juden, Jüdinnen und Hunden ist der Eintritt verboten." Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg; dem Grafen Pückler gegenüber scheint der

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