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Im deutschen Reich · 1907-01-01 · Heft 1 (Januar 1907) · p. 32

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 1 (Januar 1907)
Article
Die russische Revolution und die russischen Juden
Date
1907-01-01
Page
32 (sequence 29)
Language
German
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Zur deutschen Reich. 32 dort Kinder und Mädchen verkauft werden, um den Rest der Familie am Leben erhalten zu können, und der von diesem Entsetzlichen nicht berührt wird; er, der die Geister formen will und den jungen Leuten auf den Universitäten gebietet, wie sie denken sollen und wie sie nicht denken sollen, der mit seiner Bureaukratie das Selbstherrschertum aufrecht erhalten will, kurz er, der den Mut hat, der Autokrat für 150 Millionen Zu sein, von ihm kann man gewiß nicht sagen, daß er mit außerordentlichen Geistesgaben ausgestattet ist. (Hört, hört! und Bewegung.) Der Kaiser von Rußland würde mit den geistigen Fähigkeiten, über die er verfügt, kein einziges komplizierteres geschäftliches Unternehmen zu leiten imstande sein; wahrscheinlich könnte er nicht einen winzigen Laden leiten. Er würde nicht in der Lage sein, ein Regiment, ein Schiff Zu kommandieren. Aber er hat das Selbstvertrauen Zu sich, das Schicksal von 150 Millionen Menschen in seine eigene kleineHand nehmen zukönnen,und erbefiehlt, daß diese 150 Millionen Menschen von der Macht der Finsternis erdrückt werden. Man kann diese Erscheinung in der Weltgeschichte nicht betrachten, ohne des Wortes zu gedenken: Mit wie wenig Verstand wird doch die Menschheit regiert! Tatsächlich ist es der Fall, daß dieser Mann, der über die ungeheuersten Machtmittel verfügt, in seinen Entschlüssen durch einen Idioten beeinflußt wird. (Große Bewegung.) Wenn ich das sage, so sage ich es nicht, um eine überraschende Antithese ausZusprechen, sondern in Wahrheit: es war von mächtigem Einflüsse am Hose des Zaren ein französischer Hypnotiseur, ein Schwindler, Monsieur Philippe, und bis in die allerneueste Zeit war es ein Idiot aus Kaluga (lebhaftes Hört, Hört!), der überhaupt nicht zu sprechen vermag, der keinen Gedanken fassen kann, ein Unglücklicher, der unartikulierte Laute ausstößt, der in der Art eines Hundes bellt; und aus diesem Hundegebell heraus interpretierte die Umgebung des Zaren, was dieser weise Mann, der ein Idiot ist, inbezug auf die Geschicke Rußlands sagte. (Lebhaftes Hört, Hört!) Bis zu welchem Grade die Schicksale jenes mächtigen Reiches durch das Geheul eines Idioten bestimmt worden sind, das ist im Augenblick nicht klarzustellen, aber der Welt wird es einmal offenbar werden. Und nun, meine Damen und Herren, noch eine kleine Mitteilung darüber, wie über diesen Herrn seine eigene Bureaukratie denkt.

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