Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1907)
- Article
- Die russische Revolution und die russischen Juden
- Date
- 1907-01-01
- Page
- 27 (sequence 24)
- Language
- German
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Die russische Revolution und die russischen Juden. 27 sondern auch finanziell zum Bankrotte gelangt. Dieser Bankrott wird dann jene Leute mit in seine Strudel Hineinreißen, die vom sittlichen Standpunkte aus so weitherzig und vom finanziellen Standpunkt aus so leichtherzig gewesen sind, ihr Geid unter den jetzigen Verhältnissen nach Osten zu geben. (Sehr richtig). Es ist hier nicht möglich, und es liegt nicht in meiner Absicht, Sie in die außerordentlich verwickelten Verhältnisse der russischen Finanzen des näheren einzusühren, aber einige wenige Zahlen möchte ich Ihnen doch mitteilen, und zwar keine Zahlen, die bestritten sind, sondern ausschließlich Zahlen, die offiziellen russischen Veröffentlichungen entnommen sind. Die russische Regierung hat im Jahre 1905 ihr Budget mit einem Defizit von 330 Millionen Rubeln abgeschlossen. Zu diesem Defizit vom Jahre 1905 kam im Jahre 1906 ein Defizit von 481 Millionen Rubeln hinzu. Das sind in Summa 811 Millionen Rubel Defizit in 2 Jahren. Diese 811 Millionen Rubel Defisit konnten nur durch Anleihen, namentlich durch die letzte Pariser Milliarden-Anleihe, gedeckt werden, in einem Gesamtbeträge von 731 Millionen Rubeln, sodaß immer noch ein Defizit von 80 Millionen Rubeln in diesem Jahre trotz dieser Millrarden-Anleihe besteht. Aber dieses Defizit von 80 Millionen Rubeln ist nur buchmäßig. Ich bin fest davon überzeugt, daß das jetzt laufende Budgetjahr in Rußland mit einem ganz andern, viel größeren Defizit abschließen wird. Und ich bin des weiteren überzeugt, daß das Jahr 1907 nach den vorsichtigsten Berechnungen und bei der äußersten Sparsamkeit wiederum ein Defizit von 400 bis 500 Millionen Rubeln bringen muß; denn die Sparsamkeit der Regierung wird nicht größer sein, als im jetzigen Finanzjahr, und die Einnahmen aus Steuern und Zöllen dürfen auch gewiß nicht höher veranschlagt werden. Dabei ist nicht in Anrechnung gesetzt, daß dre russische Regierung die riesigsten Aufwendungen außergewöhnlicher Art machen muß. Im ' Jahre 1907 wird dre russische Regierung aber auch ganz sicher Ausfälle haben; zunächst einen sicheren Ausfall von 30 Millionen Rubeln, die nicht mehr eingehen, weil die Bauernablösungen ihr Ende gesunden haben. Und wenn die russische Regierung daran arbeiten will, ihr Heer zu retablieren, das iw ostasiatischen Kriege so furchtbar wit-