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Im deutschen Reich · 1906-11-01 · Heft 11 (November 1906) · p. 632

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 11 (November 1906)
Article
Die Juden in Südafrika
Date
1906-11-01
Page
632 (sequence 6)
Language
German
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632 Im deutschen Reich. debatten nach der Konferenz Zu Bloemfontein (28. Juni 1899) wurde eine Massenversammlung der jüdischen Einwohnerschaft einberufen, um gegen die Ausschließung der russischen Juden vom Wahlrecht Protest Zu erheben. Wegen einer in dieser und in einer Uitlander - Versammlung am 26. Juli 1899 gehaltenen Rede wurde ein jüdischer KulLusbeawter aus Johannesburg ausgewiefen. Abgesehen von diesen politischen Mißhelligkeiten find die Beziehungen Zwischen den Juden und den Buren immer herzlichster Natur gewesen. Im Burenkrieae ist manche hervorragende Heldentat — z. B. der Erfolg am Kanonenhügel von Ladysmith — der Entschlossenheit und dem Wagemut jüdischer Soldaten, wie des Majors Karri Davis, zu danken. Ueber 2000 Juden kämpften auf britischer Seite; auf Grund sorgfältiger Berechnung stellte der Londoner „Spectator" fest, daß der Prozentsatz der im Kampfe gefallenen Krieger jüdischen Glaubens relativ höher war, als der aller anderen Bekenntnisse und Volksgenossenschaften. Auch auf Seiten der Buren kämpften Juden in großer Anzahl. Sie fochten unter dem Burenbanner „Vierkleur" auf jedem Schlachtselde; jüdische „Unversöhnliche" kämpften bis zum letzten Atemzuge, und Scharen jüdischer Gefangener wurden, nach St. Helena, den Bermuda-Inseln und nach Ceylon überführt. Rhodesia usw. Kaum hatte Cecil Rhodos die Idee geäußert, „eine englische Fahrstraße vom Kap nach Kairo", anzulegen, da fanden sich auch sofort Juden, welche diese eifrig verfochten: Alfred Beit, Familie Weil in Mafeking usw. Daniel M. Kisch, der sich später in Pretoria niederließ, war der Hauptratgeber des Kafsernhäuptlings Lobengula von 1869—1873. Unmittelbar . nach seinem Sturze im Jahre 1893 wurden jüdische Gemeinden in Bulawayo und sogar hoch oben im Norden in Salisbury gegründet. Im ersteren Orte wohnen jetzt 330 Juden; sie haben eine Synagoge, Wohltätigkeitsoereine und sogar eine Zionistische Vereinigung. Bei der Unterdrückung des Matabeleaufstandes 1896 kämpften 14 Juden; ein auffallend hoher Prozentsatz von Juden war an der Verteidigung von Mafeking beteiligt. Alljährlich werden Festgottesdienste an einigen Orten in Betschuanaland und in der Kalahariwüste abgehalten. Auf portugiesischem Gebiete sind einige sephardische Juden zu Laurenzo Marques im Begriff eine ständige Gemeinde mit

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