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Im deutschen Reich · 1906-11-01 · Heft 11 (November 1906) · p. 631

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 11 (November 1906)
Article
Die Juden in Südafrika
Date
1906-11-01
Page
631 (sequence 5)
Language
German
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Die Juden in Südafrika. 631 die Funktionen einer Beerdigungsbrüderschaft mit denen eines Wohltätigkeitsinstituts verbindet. Die jüdische Bevölkerung hat immer einen integrierenden Bestandteil des geschäftlichen, geistigen, sozialen und politischen Lebens der Stadt ausgemacht. Juden saßen bereits im alten „Stadsraad" und sitzen im jetzigen Magistrat. Mr. Harry Salomon ist Mitglied der gesetzgebenden Körperschaft von Transvaal. Die Gemeinde Zu Pretoria, mit über 1000 Mitgliedern, hat eine Synagoge (eingeweiht 1898) und eine jüdische Gemeindeschule (eröffnet 1905); erstere hat Mr. Marks mit reichen Spenden bedacht, letztere ganz aus eigenen Mitteln errichtet. Synagogen gibt es ferner in Heidelberg, Volksrust (seit 1901), Krügersdorp, Klerksdorp, Germiston (seit 1903) und Roodepoort (1905). Reich an dramatischer Spannung waren die Kämpfe, die ein Jahrzehnt lang um die Beseitigung der in der alten südafrikanischen Republik bestehenden Rechtsungleichheit der „Uitlander" — der Juden und Katholiken — gegenüber den Angehörigen der Landeskirche getobt haben. Obwohl allen Bewohnern des Landes im Jahre 1870 freie Religionsübung gewährt worden war, schloß doch das „Grondwet" von 1896 Juden und Katholiken von militärischen Ehrenstellen, von der Präsidentschaft, vom Staatssekretariat, von obrigkeitlichen Aemtern, von der Mitgliedschaft im ersten und zweiten Volksraad und von der Inspektion der Minen aus. Aller Unterricht sollte in christlich-protestantischem Geiste erteilt, jüdische und katholischeLehrer und Schulkinder von den staatlich-subventionierten Schulen ausgeschlossen sein. Obwohl servile Schmeichler und Konzessionsjäger diese Beschränkungen für unerheblich erklärten und die Agitation zu ihrer Beseitigung bekämpften, befanden sich doch 7 Juden unter den 64 Reformern, die 1896 in Pretoria eingekerkert wurden; einer von den ersteren, Lionel Philips, wurde sogar zum Tode verurteilt. Das Gros der Juden empfand die Beschränkung, namentlich auf dem Gebiete des Unterrichts, sehr schwer. Präsident Krüger und seine Minister wurden vor und während der Wahlen, in Zeiten der Ruhe und in Zeiten politischer Erregung, offiziell und privatim, von Einzelnen, von Abordnungen und Ausschüssen angegangen — vergebens. Ein Achselzucken und „non possumus“, im besten Falle eine Ermahnung, auf Gott und den guten Willen des Präsidenten zu vertrauen, waren die gewöhnlichen Antworten. WäbrendJver.Mcrblv-ckts--

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