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Im deutschen Reich · 1906-11-01 · Heft 11 (November 1906) · p. 630

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 11 (November 1906)
Article
Die Juden in Südafrika
Date
1906-11-01
Page
630 (sequence 4)
Language
German
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630 Im deutschen Reich. war im Jahre 1875 Friedensrichter und Präsident der Oberrechnungskamwer von Transvaal während der ersten Besetzung durch die Engländer in den Jahren 1877—81. Seit 1876 veranstaltete er in Pretoria einen FestgotLesöienst am Versöhnungstage. Dank dem Einflüsse, den ein ungarischer Jude, Alois Nelwapius, auf Krüger, Rhodes und Beit ausübte, — mit denen er befreundet war —, wurde im Jahre 1878 ein jüdischer Friedhof in Pilgersruh eingeweiht. Bald konstituierte sich eine neue Gemeinde zu Barberton auf den Goldfeldern (1883). Im folgenden Jahre kam ein russischer Jude, Samuel Marks (geb. 1813), nach Transvaal. Durch seine Kohlen-, Kupfer-, Gold- und Diamantminen, Musterfarwen, Glas-, Marmelade-, Essigfabriken und Ziegeleien erwarb er großen Reichtum und trug zur wirtschaftlichen Hebung des Landes unermeßlich viel bei. Er war ein intimer Freund Paul Krügers und genoß das Vertrauen der berühmten Burengenerale Botha, De Wet und Delarey, sowie die Achtung des Barons Roberts, der Lords Kitchener und - Milner, und spielte daher keine unbedeutende Rolle bei den Verhandlungen zur Einstellung der Feindseligkeiten zwischen den Engländern und Buren zu Vereeniging am 29. Mai 1902. Von den großen Minenfirmen, die seit der Entdeckung vom Gold in Transvaal dessen Ausbeute beherrschen, sind die Barnatos, Neumann, Albu sowie mehrere Mitglieder der Firma H. Eckstein & Comp, jüdischen Glaubens. Bei Johannesburg, dem Hauptzentrum jüdischen Lebens in Südafrika, mit der relativ größten jüdischen Bevölkerung auf britischem Boden südwärts von Aden und Gibraltar, brauchen wir nicht lange zu verweilen. Jüdische Ansiedler waren von den ersten Anfängen an — bereits 1885 — hier; meist kamen sie von den Goldfeldern zu Barberton und aus Kimberley. Infolge des ersten jüdischen Todesfalles, am 12. Mai 1887, schenkte die Regierung den jetzigen jüdischen Friedhof, auf welchem bis heute beinahe 1000 Beerdigungen stattgefunden haben. Am 10. Juli 1887 konstituierte sich die Witwatersrand-Gemeinde, im folgenden Jahre wurde der Bau der jetzigen Präsidentenstraßen-Synagoge begonnen. Drei Jahre später folgten die Park- und die orthodoxe Synagoge. Heute besitzt Johannesburg eine jüdische Schule, ein Waisenhaus für ganz Südafrika, einen blühenden Wohltätigkeitsverein ^Gemilus Chasfodim" und eine musterbaft oraanisierte Chebra Kadischa, die höchst wirkungsvoll

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