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Im deutschen Reich · 1906-10-01 · Heft 10 (Oktober 1906) · p. 600

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 10 (Oktober 1906)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1906-10-01
Page
600 (sequence 15)
Language
German
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800 IM btnt?c$ei! Reich. mit den eigentlichen Kampforganisationen Zu tun hatten. Man braucht nur im Buche der Geschichte Rußlands zurückzublättern, um zu erfahren, daß dort die meisten Umwälzungen durch unzufriedene hohe Offiziere herbeigeführt wurden, von ' denen einzelne trotz der streng durchgeführten Glaubenseinheit des russischen Offizierkorps nicht vor Taten zurückschreckten, wie sie in unserer Zeit von serbischen Offizieren in schauderhafter Weise an dem König Alexander und der Königin Draga in unmittelbarer Nähe der russischen Gesandtschaft verübt worden sind. Daß es für gewisse Kreise der russischen Bureaukratie und des Heeres eine Existenzfrage zu sein scheint, verfassungsmäßige Zustände nicht zuzulassen, hat die Dreistigkeit der ^russisch-monarchischen Fraktion in Kiew" nahezu bewiesen. Aus Anlaß einer erdichteten Einladung des Grafen Witte nach Wilhelmshöhe erklärte sie in einem Telegramm an den Kaiser Wilhelm: „Es schmerzt die russischen Herzen, daß der glänzende Repräsentant und das Haupt des Rußland befreundeten deutschen Volkes so wenig mit den Gefühlen des russischen Volkes rechnet und durch seine hohe Beachtung und Gnade denjenigen auszeichnet, den ganz Rußland einstimmig als den Urheber allen Elends ansieht, das unser Land durchlebt, als den vornehmlichsten Entfacher der terroristischen Bewegung, die genährt wird durch den Fanatismus und die Falschheit des jüdischen Volkes, das in dem Grafen Witte seinen Protektor fand/ Dafür haben wir ihn nie angesehen! Wenige Tage, nachdem der russische Premierminister Stoly-in den Vorsitzenden des „Hilfsvereins der deutschen Juden", Or. Nathan, empfangen und diesem erklärt hatte, „es bestehe die Absicht, noch vor dem Zusammentritt der Duma den Juden gewisse Erleichterungen zu gewähren, der neuen Duma soll alsdann die prinzipielle Entscheidung überlassen werden," erfolgte der Mordanschlag, dem zwar Stolypin selbst entging, bei dem aber seine beiden Kinder schwer verletzt und Zahlreiche andere Personen teils getötet, teils tödlich verwundet wurden. Der „Frankfurter Zeitung" ist bald darauf aus Petersburg gemeldet worden, daß bereits zwanzig Minuten vor dem Attentat auf Stolppin zwanzig Wagen für schnelle Hilfe requiriert worden feien, und daß kurz nach der Tat der Führer jdes „Schwarzen Hunderts", Dubrowin, zur

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