Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1906)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1906-10-01
- Page
- 599 (sequence 14)
- Language
- German
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Umschau. 599 ein Artikel „Sie Wahl der Reserve-Offiziere" erschienen, in dem ausgeführt wird, daß „die Verwirklichung der Zentrums-Anregung auch die Hoffnungen der Juden ihrem Ziele näher bringen würde." Es heißt dann weiter: „Schwarze und goldene Internationale arbeiten einander auch hierbei wieder in die Hände. Das muß alle wahren Freunde des Heeres stutzig machen und sie zur Abwehr der verlangten Aenderung des Wahlverfahrens für die Reserve-Offiziere auf den Plan rufen." Die Frage, ob die Antisemiten vom Schlage Liebermanns und Krösells oder die Katholiken „die wahren Freunde des Heeres" sind, drängt zur Lösung. Es wird aber nur dann „mit jedem Tage schöner werden", wenn auch diese Lösung in dem Sinne erfolgt, daß, was in fast allen Kulturstaaten möglich und bei großen Feldherrn schon früher Grundsatz gewesen ist, auch in Deutschland eintritt: „War sonst der Mann nur gut, ich pflegte nach dem Katechismus nicht zu fragen." Nicht ohne Grund bemühen sich alle konservativen und antisemitischen Blätter in Deutschland und Oesterreich durch tägliche, der reaktionären russischen Presse nachgedruckten Berichte über die Vorgänge in Rußland die öffentliche Meinung über die wahren Urheber der dortigen Greueltaten und über die Anstifter zu Meuterungen im Heer und in der Marine zu täuschen. Wer auf die Berichte der „Schlesischen Zeitung" und ähnlicher Blätter schwört, der traut der polnisch-jüdischen Organisation „Der Bund" vielleicht ernstlich die Absicht und die Fähigkeit zu, den Petersburger Hof und die höchsten russischen Beamten in beständige Todesfurcht zu versetzen. Diese hohen und höchsten Kreise Rußlands wissen aber ganz genau, daß alle bisherigen Mordtaten, die an Plehwe? Bobrikow, dem Großfürsten Sergius, Admiral Tschuchnin, den Gouverneuren Block und Woljarsky, den Generälen Markgrafsky und Min verübt wurden, ebenso wie die Mordanschläge auf Kaulbars und Stolppin, nicht als das Werk von Juden anzusehen sind, von denen gewiß keiner Gelegenheit hatte, sich diesen Würdenträgern unbemerkt zu nähern. In den Mördern sind ausschließlich Nichtjuden und zumeist Angehörige der höheren russischen Kreise erkannt worden, wie selbst die judenfeindliche „Schlesische Zeitung" zugibt, meistens Menschenfeinde schlechthin, von denen die wenigsten