Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1906)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1906-10-01
- Page
- 588 (sequence 3)
- Language
- German
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588 Iw oeuricyen rnercy. unter dem Einfluß des Judentums geworden. Die russischen Angelegenheiten haben nun wenigstens das Gute, daß sie die unheilvolle Einwirkung der jüdischen Revolutionsmache klar erkennen lassen. Auch der Anteil der internationalen und deutschen Sozialdemokratie an den furchtbaren Ereignissen im Osten ist unleugbar. Wie immer und überall gehören Judentum und Umsturz Zusammen/' Das ist so ganz der alte Stöcker aus der ersten Zeit der sogenannten „Berliner Bewegung", der durch die Bemerkung über die „Wittesche Sache" deutlich beweist, daß er nicht nur im Kampfe mit den Juden ein unversöhnlicher Gegner ist. Daß er das Unheil nicht bereut, das er angerichtet hat, zeigte auch der von ihm in der Siegener Zeitschrift „Volk" veröffentlichte Artikel „1881 —1906", in dem er die vor 25 Jahren erfolgte Begründung des Kyffh auser-Verb and es durch den Verein deutscher Studenten bejubelte und seinen eigenen Anteil an jener Schöpfung auf das Wort zurückführte: „Ich bin gekommen, daß ich ein Feuer anzünde auf Erden." Was er angezündet hat, mag, wie er sich rühmt, in manchem seiner gelehrigen Schüler, die jetzt als Alte Herren des Vereins deutscher Studenten im antisemitischen Sinne auf die Volksseele einwirken, fortlodern; Segen hat es dieser bisher nicht gebracht und konnte es ihr nicht bringen. In dem erwähnten Festartikel erinnert Stöcker auch daran, daß bei dem ersten Aufflammen der Berliner Bewegung bei der Reichstagswahl im Jahre 1881 im ersten Berliner Wahlkreis, in dem Graf Moltke 1878 nur 2000 Stimmen zufielen, der Antisemit Liebermann von Sonnenberg mehr als 6000 Stimmen erhielt. Wie dies erzielt wurde, hat Stöcker in jenem Festartikel natürlich nicht verraten, ist aber manchem alten Berliner noch in Erinnerung und hat vielleicht auch dem Abgeordneten Ludwig Werner vorgeschwebt, als er bei seinem Streite mit Liebermann und dessen deutsch-sozialen Trabanten Fr. Raab seine Mißerfolge mit den auf Liebermanns Retter hindeutenden Worten zu entschuldigen suchte, „es fehlte mir leider in Kassel ein Rudolph Herzog". Werners Veröffentlichungen über die „Neuwahl im Kreise Rinteln-Hofgeismar - Wolfhagen" werfen nicht nur ein grelles Licht auf die gesamten antisemitischen Wahltreibereien,