Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1906)
- Article
- Unsere Stellung zu den politischen Wahlen
- Date
- 1906-10-01
- Page
- 562 (sequence 4)
- Language
- German
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562 M semzcysm merry. Einwirkung Zu Gunsten des sozialdemokratischen Kandidaten nahezu wirkungslos hätte bleiben müssen. Von der Entsendung non Wanderrednern mußte vor der Hauptwahl und auch vor der Stichwahl schon deshalb abgesehen werden, weil der CenLral-Verein unter seinen Mitgliedern Anhänger der verschiedensten politischen Richtungen Zählt und ein Vertreter des CenLral-Vereins deshalb, wenn sich diese Fraktionen untereinander befehden, nicht für eine einZelne Fraktion Partei ergreifen kann und darf. Mit der einem Vertreter des Central-Vereins allein möglichen Devise: „Wählt, wen ihr wollt, nur keinen Antisemiten!"' war in diesem Wahlkreise eine Agitation völlig unmöglich, und sie wird es auch in dem sächsischen Wahlkreise Döbeln und in allen jenen Wahlkreisen sein, in denen dem antisemitischen Kandidaten mehrere Kandidaten solcher Parteien entgegenstehen, die im Central-Verein selbst Tausendevon Anhängern Zählen ... Es ist längst unser sehnlichster Wunsch, alle aussichtversprechenden Wahl kreise planmäßig zu bearbeiten und eine richtige Agitation in die Wege Zu leiten. Einleitende Schritte sind schon jetzt von uns für die Wahlen 1908 getan worden. Hoffentlich gelingt es uns, bis zu den nächsten Reichstagswahlen so gerüstet zu sein, daß wir den Ansprüchen, die in politischer Beziehung an den Central-Verem gestellt werden — soweit sie unfern Grundsätzen nicht zuwiderlausen — wenigstens annähernd entsprechen könnend Aus dem Dargelegten wird man ersehen, daß es nicht immer für unfern Verein so einfach ist, sich in einwandfreier Weise bei politischen Wahlen zu betätigen, wie gewiß wohlmeinende Freunde raten. Andererseits können wir versichern, daß wir überall, wo es anging und in Zukunft möglich sein wird, aus dem Posten waren und sein werden. Unsere Mitglieder müssen aber nicht vergessen, daß wir die tatkräftige Hilfe eines jeden von ihnen nicht entbehren können, wenn wir in dem schweren Kampfe Erfolg erringen wollen. Durch persönliche Agitation, Einwirkung auf die Presse, Mahnung zur Einigkeit kann der Einzelne hier viel beitragen. In der Zeit, in der wir leben, bedarf es nicht erst der Worte, die Notwendigkeit darzutun, daß ein jeder zur Mitarbeit und zu Opfern bereit sein muß. Vor allem aber darf nicht vergessen werden, daß es zur Führung politischer Kämpfe