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Im deutschen Reich · 1906-10-01 · Heft 10 (Oktober 1906) · p. 561

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 10 (Oktober 1906)
Article
Unsere Stellung zu den politischen Wahlen
Date
1906-10-01
Page
561 (sequence 3)
Language
German
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-wujeit? ^Aeuuuy gu ucu +>uiuifujen?wuyup«. entstehen und ihn zu Grunde richten würden. Jedem Juden muß es frei stehen, sich einer beliebigen Fraktion an- Zuschließen, die seiner eigenenUeberzeugung entspricht, wie wir auch in religiöser Beziehung bestrebt sind, alle deutschen Juden, gleichviel welcher Richtung sie angehören, zusammen- Zusassen zur Verteidigung ihres Glaubens, ihrer Ehre, zum gemeinsamen Kampfe für Haus und Altar. Aus allen diesen Ausführungen ergibt sich, welche Erwägungen wir beispielsweise bei der Ersatzwahl für den Grafen Reventlow im Wahlkreise Rinteln-Hofgeismar anzustellen hatten. Auf eine diesbezügliche Anfrage haben wir u. a. folgenden Bescheid gegeben: „Für wen sollten wir bei der Hauptwahl in Rinteln-Hosgeismar agitieren? Für den nationalliberalen Kandidaten haben die Vereinsmitglieder in Hannover und Kassel die lebhaftesten Sympathien bekundet, und die Kasseler konnten in dem nahen Wahlkreise zunächst ihren Einstuß zu Gunsten ihres Kandidaten geltend machen. Für den freisinnigen Kandidaten wurden wir von zahlreichen andern Mitgliedern noch weit dringender angegangen. Kaum geringer aber war die Zahl der Mitglieder, die ungeachtet mancher neueren antisemitischen Entgleisungen sozialdemokratischer Wortführer unbedingt ein Eintreten für den Sozialdemokraten als dringlich bezeichneten. Unter solchen Umständen haben wir es zunächst für unsere wichtigste Aufgabe gehalten, einen Kompromiß zwischen den Nationalliberalen und den Deutschfreisinnigen zu befürworten, wie es anfänglich schien, nicht ohne Erfolg. Denn es wurde uns von berufener Seite das Zustandekommen einer solchen Vereinbarung auf Grund eines Austausches bei der Wahl im Kasseler Kreise als höchst aussichtsvoll bezeichnet. Diese Vereinbarung scheiterte aber bekanntlich noch in letzter Stunde. Fast noch schwieriger war unsere Stellung bei der Stichwahl, da die Verbitterung bei sämtlichen liberalen Fraktionen sich sehr gesteigert hatte; andererseits aber herrschte auch in vielen jüdischen Kreisen tiefe Verstimmung nicht nur über die verschiedenen Wahlvereinbarungen zwischen Sozialdemokraten und Antisemiten, sondern auch über beständige antisemitische Entgleisungen in der sozialdemokratischen Presse, so "daß eine etwaige

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