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Im deutschen Reich · 1906-09-01 · Heft 9 (September 1906) · p. 504

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 9 (September 1906)
Article
Antisemitenmoral und Vaterlandsliebe!
Date
1906-09-01
Page
504 (sequence 10)
Language
German
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504 Iw deutschen Reich. ließen. Aber Israel hatte entweder dergleichen nicht vorZuweisen, oder es wollte sich nicht wit dem schlichten Verfahren einer aus eigenem Beginnen der Dreyfusfamilie hervorgegangenen Wiederaufnahme begnügen. Es bestand daraus, daß die Regierung selbst die Sache in die Hand nehmen und Zum höheren Ruhm des Judentums durchführen sollte. Als MÄine, so gern er seinen israelitischen Freunden den Gefallen getan hätte, vor der Gefahr eines Sturmes der öffentlichen Meinung Zurückschreckte, ging Israel mit offener Drohung vor. Es eröffnete seinen PreßfeldZug, um das Ministerium einZuschüchtern und Zur Dienstbarkeit zu Zwingen. Reinach erklärte: „Wir wollen Dreyfus heraushaben, oder wir schlagen alles Zusammen." Jetzt ruft das Judentum in aller Welt seine Stammesbrüder Zum Kampfe auf. Geld strömt aus allen Ländern herbei. Millionen und Abermillionen werden flüssig. Die internationale Judenpresse bauscht ihre Stammesfrage, wie gewöhnlich, zu einer Frage menschlicher Gesittung auf und findet auch Glauben bei einer Menge Gutherziger, Seichter und Einseitiger. Sache des deutschen Volkes wenigstens wäre es, einen sulchen Schwindel von seiner Schwelle grundsätzlich abzuweisen." Durch die Kassierung des Zola-Prozesses schmerzlich berührt, meinte die „Schlesische Zeitung" im April 1898, dies werde die Juden ermutigen, die Agitation für Dreyfus wieder aufzunehmen und in Offizierskreisen böses Blut machen. Daran knüpfte das hochkonservative Blatt nachstehende Bemerkungen: „Den Vorsitz im Kassationshof führte der Jude Löw. Natürlich gibt dies Anlaß zu weiteren Kommentaren, aus denen die antisemitische Bewegung Vorteil zieht. Bei alledem glauben die Israeliten den Zeitpunkt für gekommen, ihre Agitation von neuem aufzunehmen.. Das „Siecle" hat schon wieder einen (und neuerdings einen Zweiten — Red.) Artikel veröffentlicht, um zu beweisen, daß Esterhazy den Landesverrat verübt habe, um dessentwillen Dreyfus verurteilt worden ist —- ein Lügengewebe, in welches diesmal der Name des früheren Militärattaches unserer Botschaft, Oberst von Schwartzkoppen, dreist verflochten ist. Weitere „Enthüllungen" sollen folgen. So schüren die Israeliten selbst das Feuer, das bei den Wahlen emporlodern wird. Von der Alleinherrschaft, die sie früher in der französischen Presse führten, sind sie derart verblendet, daß sie gar nicht Zu ahnen scheinen, welcher Gefahr sie sich aussetzen. Gleichviel, ob die

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