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Im deutschen Reich · 1906-09-01 · Heft 9 (September 1906) · p. 505

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 9 (September 1906)
Article
Antisemitenmoral und Vaterlandsliebe!
Date
1906-09-01
Page
505 (sequence 11)
Language
German
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Anüsernitenworal und Vaterlandsliebe. 5üZ Klage gegen Zola von den jetzt einberufenen Kriegsrichtern neu erhoben oder ob die Sache einfach beigelegt wird, der Kampf zwischen Semiten und Antisemiten bricht notwendigerweise bei den Kammerwahlen aus, zum ersten Male, seitdem in Frankreich das allgemeine Wahlrecht besteht." In demselben Sinne phantasierte die antisemitische Dresdener „Deutsche Wacht" am21.Juli 1898: „DieHäupter der Dreyfuspartei haben es verstanden, ihr Interesse mit den öffentlichen Angelegenheiten in Frankreich vollständig zu verquicken; sie üben damit bei dem „im Namen der Freiheit und des Rechtes" geführten Kampfe eine schwere Gewissenlosigkeit gegen das französische Volk. Bald ist es Zola, bald Trarieux, der in hochtrabenden Ausdrücken der Empörung und der Trauer die Menschlichkeit und die Gerechtigkeit für die alles in allem doch höchst Zweideutige Sache anruft. Aber weder der berühmte Schriftsteller, noch der berüchtigte Anwalt der Börsencoulisse vermag es, die Franzosen an die Uneigennützigkeit der Dreyfuspartei glauben Zu machen. Gerade der mit einem übermäßigen Aufwand von Anklagen und Anschuldigungen gegen die französischen Gerichte und die Spitzen der französischen Armee geführte Preßfeldzug treibt die Bevölkerung in das Lager derjenigen politischen Großspekulanten, die ruhelos an der Arbeit sind, den Staatsstreich vorzubereiten. Hinter dem Rechtsstreite um Drepfus steht der unlösbare Widerspruch der bürgerlichen Republik und ihres Heerwesens, in dem keine rechtliche und versöhnliche Lösung, sondern nur wehr eine Entscheidung durch Machtmittel möglich ist! Juda ist an der Arbeit, um mit den letzten Mitteln seine finanzielle und „moralische" Macht, seine alte, durch den Dreyfus-Rummel erschütterte Stellung wieder zu gewinnen. Ob dabei Minister stürzen und wie diese heißen, ist für uns ganz gleichgültig. Nicht um eine kleine Regierungskrise handelt es sich, das wäre für französische Verhältnisse belanglos. Nein, wir stehen vor den Erscheinungen einer heimlich wuchernden Staatskrise, die in Frankreich zu einem völligen Umschwung und somit auch zu einer bedeutsamen Aenderung der internationalen Lage führen kann. Die Drepfus-Partei aber, das Judentum, darf, wie schon so oft im Leben der Völker, auch in diesem Falle das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, diese Staatskrise heraufbeschworen und die Vorbereitungen zum Staatsstreiche nach Kräften gefördert zu haben."

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