Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1906)
- Article
- Der letzte Akt des Dreyfus-Dramas
- Date
- 1906-07-01
- Page
- 447 (sequence 12)
- Language
- German
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Der letzte Akt des Dreyfus-Dramas. 447 2. Das Schriftstück Nr. 26 über die Organisation der Eisenbahnen, dessen Datum nach dem Prozeß Zola von Oberst Henry eingefügt worden ist. 3. Das Konzept des Admirals Bayle. Der Kassationshos ist der Ansicht, daß diese Tatsachen die Unschuld Dreyfus dartun. Er erklärt ferner, es stehe fest, das das Bordereau von Esterhazy geschrieben worden ist, und daß die Anklage, soweit sie sich aus das Bordereau bezog, nur auf Hypothesen beruhte. Ueberdies wurden vor Verhaftung Dreyfus' mehrere Spionage- und Landesverratsverbrechen begangen, an denen Dreyfus erwiesenermaßen unschuldig war. In dem Urteil wird Dreyfus von allen gegen ihn aus dem Texte des Bordereaus erhobenen Beschuldigungen sreigesprochen und bemerkt: „In Erwägung, daß sowohl die aus der Handschrift als die aus dem Inhalt des Bordereaus hergeleitete Anklage völlig ungerechtfertigt sei, und man sich vergebens frage, in welcher Absicht der reiche Dreyfus ein so schweres Verbrechen hätte begehen sollen, in Erwägung ferner, daß von der Anklage kein Punkt bestehen bleibe, und daß infolgedessen eine Zurückverweisung nicht ausgesprochen werden dürfe, annulliert der Gerichtshof die Verurteilung und erklärt, daß diese Verurteilung irrtümlicherweise und zu Unrecht ausgesprochen worden sei. Diese Entscheidung soll im Amtsblatt und in fünfzig weiteren Zeitungen, deren Auswahl Dreyfus anheimgestellt wird, veröffentlicht werden/' Die Regierung hat den Urteilsspruch des Kaffationshofes in allen Gemeinden Frankreichs öffentlich anschlagen lassen. Dreyfus ist in alle seine bürgerlichen Ehrenrechte wieder eingetreten, die ihm durch die Begnadigung noch nicht wiedergegeben waren; er ist seinem Dienstalter entsprechend sofort zum Major befördert, in das Heer eingestellt und zum Ritter der Ehrenlegion ernannt werden. Wie auch das Urteil des Kassationshofes ausgefallen wäre, das eine steht fest, daß die antisemitischen Urheber der Dreyfus-Affäre schon durch den Gang der Verhandlungen prostituiert worden sind. Ob ihrGebahren darauf zurückzusührenist, daß im französischen Generalstabe vor 12 Jahren eine kindische Angst vor der deutschen