Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1906)
- Article
- Berlin
- Date
- 1906-05-01
- Page
- 329 (sequence 5)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 329 nachstehende Herren gewählt: San.-Rat Dr. Maretzki, Geh. Rat Dt. Vlumenthal, Prof. Dr. Martin Philippson, Justiz-Rat Dt. Eugen Fuchs,' Benno Braun. In den Vorstand des Verbandes wurden die Herren Dr. Kurt Alexander, vr. Walter Munk, vr. Theod. Zlocisti, Dr. Alfred Nossig, Dr. Bruno Blau, Dr. Hans Gideon Heymann, Dr. Moritz Sobernheim, Benno Braun, vr. Rothholz, Priv.-Doz. Dr. I. Schur gewählt. Zu Revisoren wurden die Herren Richard Cassel und Ing. S. Eliasberg wiedergewählt. In einer anregenden Diskussion wurden dem Vorstande Direktiven erteilt, die dahin abzielten, ein reges Vereinsleben und eine kräftige Propaganda zu entwickeln. Nachdem Herr vr. Horwitz dem scheidenden Vorstande Anerkennung für seine erfolgreiche Tätigkeit ausgedrückt hatte, schloß die Versammlung. Unter der Ueberschrift „AntisemiLischer Schwindel" schreibt die „Freie Deutsche Presse": „Der DelegieDentag des rheinisch-westfälischen Ausbreitungsoerbandes Hirsch-Dunckerscher Gewerkvereine hat empfohlen, der nächste allgemeine Verbandstag der Gewerkvereine solle an Stelle des verstorbenen Dr. Max Hirsch als Leiter des Verbandes einen Arbeiter wählen und diesem einen Nationalökonomen als Hilfskraft Zur S ite geben- Obgleich in dies.m Beschluß der Name des Verbands-Redakteurs Landtags-Abgeordneter Karl Goldschmidt, der genau so wie die übrigen leitenden Personen in der Gewerkvereinsbewegung Arbeiter gewesen ist, mit keinem Wort erwähnt wurde, knüpfen die „Deutsch-Sozialen Blätter" des Herrn Liebermann von Sonnenberg daran folgende Bemerkung: „Die rheinischwestfälische Richtung will also nicht dem präsumtiven Thronfolger Karl Goldschmidt (freisinn. Landtags-Abgeordneter) den Treueid schwören. Diese Absicht spricht für den guten Gerchmack der Leute; nach dem Juden Hirsch der Jude Goldschmidt wäre vielleicht des Guten auch Zuviel gewesen." Es ist ein beliebter Trick der antisemitischen Blätter, jede Persönlichkeit, die ihnen nicht behagt, als Juden zu bezeichnen. So oft die antisemitischen Herren in dieser Beziehung schon Lügen gestraft worden sind, setzen sie trotzdem mit dem Eigensinn von Monomanen ihre Methode weiter fort. Wir stellen fest, daß die Bemerkung der Deutsch-Sozialen Blätter lon dem „Juden Goldschmidt" Schwindel ist. Abg. Goldschmidt ist garnicht Jude, vielmehr stammt er aus einer alten christlichen Familie Westfalens."