Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1906)
- Article
- Die Ritualmord-Studien des Pfarrers Dr. Mommert
- Date
- 1906-05-01
- Page
- 305 (sequence 7)
- Language
- German
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Die Ritualmord-Studien des Pfarrers Dr. MommerL. 305 Mitteilung bei, derselbe Pfr. Lic. Thienel habe in einem Rundschreiben sämtliche Erzpriester der Diözese aufgefordert, mit dem Klerus in einer Adresse (?) an Se. Eminenz eine Kundgebung des Bedauerns über M.s Selbstbiographie, sowie der Versicherung unerschütterlichen Vertrauens zu veranstalten. Diese Anregung des nun in Gott ruhenden verdienstvollen Priesters kommentiert der „römisch-katholische Pfarrer, Doktor der Theologie und Ritter des heiligen Grabes" mit folgenden ordinären, den ganzen Stand beleidigenden Aeußerungen (S. 127): „Inwieweit diese geistliche „Bauch-Rutsch-Kundgebung" zur Durchführung gelangt ist, weiß ich nicht. Von verschiedener Seite wurde mir jedoch mitgeteilt, daß man die von ihnen begehrte „Bauch-Rutsch-Kundgebung" (beidemal gesperrt von M. gedruckt!) abgelehnt habe und zwar aus Ehrfurcht und Hochachtung vor Sr. Eminenz dem Hochwürdigsten Kardinal-Fürstbischof Dr. Georg Kopp Zu Breslau, indem man es für unschicklich hielt, Höchstdemselben aus Anlaß einer schon längst wieder vergessenen Schrift zu kondolieren. Sei Mommert im Unrecht, so sei der Kardinal-Fürstbischof Dr. Kopp Mann genug, uw allein mit Mommert fertig Zu werden. . . Sollten diese Erörterungen jemand unlieb sein, dann wöge er bei Herrn Domprobst Professor Dr. Arthur König zu Breslau sich dafür bedanken, daß er mich veranlaßt hat, mein Schweigen zu brechen". Wie man sieht, ist Herr Dr. M. ein Meister der Logik und Dialektik. Schweigen nämlich seine Gegner und die von ihm Angegriffenen, so schließt er daraus auf deren Zustimmung zu allem, was ihm paßt; reden sie, und wenn auch noch so „ruhig und fachlich", in „anständiger Form" und ohne „die christliche Liebe und Gerechtigkeit zu verletzen", dann sind sie die bösen Friedensstörer, die dem unschuldigen Lamm das Wasser trüben! Nach den mitgeteilten Proben seiner Gesinnung und Kampfesweise sind schließlich auch die höhnischen und pietätlosen Aeußerungen Dr. Mommerts über seinen Bischof zu bewerten. Se. Eminenz, damals noch Bischof von Fulda, hatte 1882 dem Rabbiner Dr. Cohn schriftlich auf Wunsch seine Ueberzeugung u. a. dahin kundgegeben, daß die Anklage des Ritualwordes „weder durch die jüdische Religion, noch durch die Geschichte zu begründen sei". Dr. Mommert wacht dazu die infamierende Glosse (S. 79): „Inwieweit die im Sommer 1887 erfolgte Beförderung des Bischofs Dr. Kopp von Fulda auf den Fürstb-