Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1906)
- Article
- Die Ritualmord-Studien des Pfarrers Dr. Mommert
- Date
- 1906-05-01
- Page
- 304 (sequence 6)
- Language
- German
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304 Iw deutschen Reich. um triumphierend höhnen zu können, „tncnt" sage: „es müsse wohl das Ergebnis der von der Bischöflichen Presse schon im März 1905 angekündigten Untersuchung zu Mommerts Gunsten ausgefallen sein." S. 124 hatte er in bescheiden-liebenswürdiger Selbsteinschätzung geschrieben: „ . . . . Der Umstand, daß Herr Generalvikar Dr. Speil zu Breslau in zeitlichem Zusammenhänge mit dieser Untersuchung zuerst kränklichkeitshalber beurlaubt und dann verabschiedet wurde, und der Rektor des Fürstbischöflichen Klerikalseminars (Alumnat), der Kanonikus Dr. Massig, ebenfalls zu Breslau, seiner Stelle als Rektor enthoben ward, während dem Pfarrer Dr. Mommert die wiederholt von ihm erbetene Pensionierung trotz seines Alters und seiner Kränklichkeit nicht gewährt wurde und bis heute (28. Januar 1906) noch nicht gewährt worden ist, dürfte denn doch darauf hindeuten, daß bei der amtlichen Untersuchung das Recht auf meiner Seite gefunden worden ist". Die zwei hiernach angeblich als Opfer der Gerechtigkeit zu gunsten des so unschuldigen, arg verkannten Dr. Mommert in Ungnade gefallenen Priester waren in dessen Selbstbiographie auch in boshafter Weise angegriffen, hatten aber geschwiegen. Um ein solches ernstes und vornehmes Schweigen auf Beleidigungen verstehen und würdigen zu können, dazu gehörte freilich eine vornehmere Gesinnung, als die aus den angeführten höhnischen Bemerkungen Mommerts sprechende. Uebrigens weiß hier in Breslau jedermann, daß Herr Prälat Speil tatsächlich recht leidend ist und Herr Kanonikus Dr. Massig schon 1904, vor zwei Jahren, also lange vor jener „Untersuchung" gleichfalls wegen ernster Gesundheitsstörungen uw Enthebung vom Alumnats- Rektorat nachgesucht hat. Allein in Mommerts Konzept paßte eben jene höhnische, wenngleich kritiklose Vergleichung besser, obwohl sie der Wahrheit nicht entspricht.! Der am 3. Januar d. Js. Heimgegangene Fürstb. Kommissarius Pfarrer Lic. Thienel in Warmbrunn hatte in einem sehr würdigen und liebevoll-ernsten offenen Sendschreiben vom 11. April 1905 Herrn Dr. Mommert aufgefordert, das durch seine Selbstbiographie gegebene Aergernis durch ein öffentliches Wort seines Bedauerns wieder gut zu machen.- Wer Herrn Dr. Mommert kennt, wird sich nicht wundern, daß dieser von warmem Priesterherzen unternommene Versuch leider vergeblich blieb. Mommert, der jenes Sendschreiben teilweise abdruckt, fügt die