Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1906)
- Article
- Die Ritualmord-Studien des Pfarrers Dr. Mommert
- Date
- 1906-05-01
- Page
- 306 (sequence 8)
- Language
- German
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306 Im deutschen Reich. Stuhl zu Breslau mit diesem Schreiben, bezw. mit jüdischer Protektion in Verbindung steht, entzieht sich meiner Kenntnis. Nicht uninteressant ist, was ich gerüchtweise oernahm, daß die Firma Fuchs und Henel, Ring, Breslau, mit der Lieferung der Hauseinrichtung für das vom Fürstbischof Di-. Kopp zu Breslau im Jahre 1894 erbaute Konvikt für Studierende der katholischen Theologie betraut worden ist." Die boshafte Verdächtigung im ersten Satze enthält zugleich eine Beleidigung des Kaisers Wilhelm I. und des Papstes Leo XIII., die bekanntlich die Transferierung des Hochro. Bischofs von Fulda nach Breslau wegen seiner hervorragenden Verdienste um die Beilegung des „Kulturkampfes" vereinbart haben. Was aber die zweite Verdächtigung anlangt, so hätte Herrn Dr. Mommert jedermann in Breslau sagen können, daß genannte Firma christlich, nicht jüdisch ist. Ebenso lächerlich ist die von Dr. M. ohne Kritik angeführte Aeußerung C. Paaschs, daß der verstorbene Feldprobst der Armee, Bischof Dr. Aßmann, „jüdischer Herkunft" gewesen sei. „Kritik", und zwar meist eine sehr bissige und lieblose, kennt Zerr Dt. Mommert wohl nur gegenüber seinen Gegnern, während er alles, was Zu seiner Tendenz paßt, meist unbesehen und kritiklos herübernimmt; denn «empor ulignlä haeret. Unseren Hochwürdigsten Oberhirten vermögen freilich auch die lieblosesten Anwürfe und Verdächtigungen durch einen Dr. Wlommert nie und nimmer seiner dankbarer. Diözese, insbesondere dem Klerus, minder Verehrungswert und teuer zu machen, als er uns bisher durch ein neunzehnjähriges, wahrhaft apostolisches Wirken geworden ist! Wenn Herr Dr. Mommert und seine traurigen Pamphlete längst vergessen sein werden, wird die Geschichte noch mit hoher Anerkennung den Namen des Kardinals Kopp zu nennen wissen. Um den Beifall, den allenfalls bei gewissen Feinden der Kirche Herr Dr. Mommert mit seiner neuesten Leistung finden mag, wird den auf bedauerliches Gleis geratenen Priester niemand beneiden. In der traurigen Angelegenheit gedenke aber ich selbst das Wort nicht mehr zu ergreifen, so sehr es vielleicht Herr Dr. Mommert wünschen möchte, um immer wieder von sich reden und Reklame machen zu können. Breslau. Prof. Dr. A. König.