Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1906)
- Article
- Die Ritualmord-Studien des Pfarrers Dr. Mommert
- Date
- 1906-05-01
- Page
- 301 (sequence 3)
- Language
- German
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Die RiLualmord-SülLien des Pfarrers Dr. MommerL. 301 disZiplin behandeln, bis auch sie einmal wieder, wie früher, z. B. in des Samuel und des Elias Tagen die Macht haben werden, Menschen Zu rituellen Zwecken öffentlich abschlachten zu können."" (!!) So schreibt nicht etwa Voltaire, sondern ein katholischer Priester! Unterzeichneter hat einmal bei Gelegenheit einer seiner zahlreichen, natürlich vergeblichen Bitten und Warnungen während der Drucklegung der famosen Autobiographie Herrn Mommerts diesem die bange Frage vorgelegt, wohin es noch mit ihm auf dem eingeschlagenen Wege kommen solle. Obige Stelle gibt hierauf die betrübende Antwort, an der nur Feinde der Kirche Freude haben können. Dazu ist eine unwissenschaftlichere und unlogischere Beweisführung als in eben diesem Ausspruch M.s schwerlich denkbar." Wie man sieht, könnte Dr. M.s frivole Vergleichung des allerheiligsten Altarssakraments mit dem Ritualmord viel berechtigter eine „Apologie" des letzteren genannt werden, als mein Artikel. Allein nicht für den Ritualmord habe ich eine „Apologie" geschrieben; mein Referat hat vielmehr nur der Gerechtigkeit und meiner wissenschaftlichen Ueberzeugung Ausdruck geben wollen, daß Herrn Dr. Mommert ein stringenter, wissenschaftlicher Beweis seiner Anklage gegen die Juden auf Ritualmord nicht gelungen, daß vielmehr seine „generalisierende Schnellsertigkeit des Urteils über eine sehr ernste, die Ehre von Tausenden bedrohende Sache" bedauerlich sei und der guten Sache nur schade. Wie schwer nämlich jener stringente Beweis fei. Zeigen ja zur Genüge die Zahllosen Schriften pro et contra. Hat nun hier Herr Mommert eine wichtige, freilich sein Konzept verderbende Stelle unterschlagen, so hat er anderswo eine Unterschiebung sich geleistet, die nichts weniger als das Prädikat „ehrlich" oder „anständig" verdient. Um zugleich seine Leistung „niedriger zu hängen" und den vielen „Lesern", welche sein neuestes Werk nicht lesen werden, einen Begriff von der Kampfesweise dieses „Ritters des heiligen Grabes" zu vermitteln, müssen wir feine Beweisführung eingehend wiedergeben. In seinem „Wort an meine Kritiker" setzt sich Herr Dr. Mommert (S. 97 ff.) zunächst mit einer Besprechung auseinander, welche Herr Kaplan Dr. Blasel in Grünberg am 25. Oktober 1905 in der „Neisser Zeitung" über Dr. M.s Schrift „Der Ritualmord bei den Talmud-Juden" veröffentlichte. Vier Tage später erschien in der „Schles. Volksztg." mein Artikel über die nämliche