Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1906)
- Article
- Die gesellschaftliche Stellung der Juden in Deutschland
- Date
- 1906-05-01
- Page
- 290 (sequence 12)
- Language
- German
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290 Im deutschen Reich. OberlandesgerichLe Anzahl d.Anwälte überhaupt Darunter Juden 1 Vorst.der! : Anwalts-1; kämm er überhaupt! Darunter Juden Hamburg. 345 66; 13! __ Hamm. 455 35 : 15 — Jena. 155 15 10 — Karlsruhe. 313 115 1 15 6 Kiel. 174 14 9 — Königsberg i Pr. 195 36 j 13 1 Marienwerder. 148 33 i 12 1 München. 459 103 1 15 1 Naumburg. 318 24! 15 — Nürnberg. 169 49 11 3 Oldenburg (u. Schaumb.-L.) 29 —! 1 9 — Posen. 200 70! 15 8 Rostock. 158 7! 9 1 Stettin. 166 26! 15 1 Stuttgart. 117! 32 15 3 Zweibrücken. 88 12 9! 1 Summa . . . 7927 1791 345 45 Hiernach gibt es also unter den 28 Anwaltskammern noch 9, in deren Vorstand kein Jude, 10, in deren Vorstand nur 1 Jude Mitglied ist; nur in Posen (8), in Breslau (5) und in Karlsruhe (6) gibt es eine größere Anzahl von Juden im Vorstande. Im ganzen gibt es (nach einer ziemlich genauen Zählung) unter 7927 Anwälten 1791 Juden, unter 345 Vorstandsmitgliedern 45 Juden. Während sonach der Prozentsatz unter den Anwälten überhaupt sich auf 22,6 beläuft, ist er unter den Vorstandsmitgliedern nur noch 13, und wenn man Posen, Breslau und Karlsruhe fortläßt, sogar nur noch 8. Was insbesondere den Kammergerichtsbezirk mit Berlin anbetrifft, so sind unter den rund 1240 Anwälten rund 650 Juden; in der Stadt Berlin sind 60 % Juden und 40% Christen, im ganzen Bezirk 53 % Juden, 47% Christen, trotzdem sind unter den 15 Mitgliedern der Anwaltskammer nur 4 Juden. Bis zur letzten Wahl waren 5 Mitglieder Juden, bei der letzten Wahl ist statt des 5. Juden ein Christ gewählt worden. Die Schuld hierfür trifft allein die Juden in der Anwaltschaft. Und da