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Im deutschen Reich · 1906-04-01 · Heft 4 (April 1906) · p. 251

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 4 (April 1906)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1906-04-01
Page
251 (sequence 4)
Language
German
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VereinsnachrichLen. 251 mal von den sonst üblichen geschäftlichen Mitteilungen abzusehen: er wolle aber die Versammlung nicht schließen, ohne Zweier Männer Zu gedenken, deren Hinscheiden wir schmerzlich empfunden haben. In Eugen Richter sei ein tapferer und hochbegabter Vorkämpfer für Wahrheit, Recht und Freiheit verloren gegangen. Auch für unser Recht habe er gekämpft, nicht als Philosemit, aber aus innerem Drang, aus tiefem Rechtsgesühl, und gerade deshalb mit besonderem Erfolg. Ein solcher Mitstreiter gilt in dem Kampf, in dem wir stehen, eine ganze Armee. Er ist dahin, aber unsere Dankbarkeit bleibt ihm für alle Zeiten. Mit dem Oberstabsarzt Dr. Rosenthal aus Magdeburg, der im 80. Lebensjahr kürzlich in Rom verstarb, verlor der Verein nicht nur ein für unsere Sache begeistertes Mitglied, sondern die ganze Abwehr-Bewegung einen unentwegten Streiter, der allezeit auf der Wacht stand. Seine umfassende gemeinnützige Tätigkeit seine großen Verdienste um die öffentliche Gesundheitspflege, haben ihm in den weitesten Kreisen Anerkennung verschafft; die ihm in unserem Kreise gezollte Dankbarkeit begleitet ihn über das Grab hinaus. Zu Ehren der Hingeschiedenen hatten sich alle Anwesenden von den Plätzen erhoben. A. L. Die am 26. März d. I. in der „Loge", Berlin W., Joachimsthalerstr. 13, abgehaltene Versammlung der Gruppen Berlin IV. und CH rlottenburg war wieder so gut besucht, daß der große Festsaal bis auf den letzten Platz gefüllt schien. Nach einer Begrüßungsansprache des Vorsitzenden der Central- Vereins-Gruppe Charlottenburg, Herrn Rechtsanwalt Dr. S. Friedländer, bot Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald aus Wien in einem hochinteressanten Vortrag über „Simon von Trient" eine ebenso lichtvolle wie erschütternde Schilderung jener tragischen Episode im 15. Jahrhundert, die wesentlich dazu beigeluagen habe, das Werk der Dunkelmänner zu erleichtern, die aus der Verbreitung der Blurlüge ein Geschäft gemacht haben, das leider selbst noch im 20. Jahrhundert seinen Mann nährt. Daß noch heute der Fall „Simon von Trient" als Zeugnis für das Vorkommen jüdischer Ritualmorde ausgenützt wird, macht es, wie der Vortragende aussührte, zu einer Notwendigkeit, nicht nur die archivalische Erforschung des Prozesses, soweit sie durch Dt. Moritz Stern ermöglicht

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