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Im deutschen Reich · 1906-04-01 · Heft 4 (April 1906) · p. 246

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 4 (April 1906)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1906-04-01
Page
246 (sequence 12)
Language
German
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246 Im deutschen Reich. vorhandenen 7 jüdischen Einjährigen mußten, da der „verflossene" Oberst alles geregelt hatte, von dem neuen Kommandeur zu Gefreiten ernannt werden. Aber der Herr Oberst wußte Rat: die beiden jüdischen Unteroffiziere, die am Anfänge seines Regimes die Uebung antraten, wurden nicht befördert, die übrigen Unteroffiziere sämtlich. Dem Vizeseldwebel, der die Uebung 6 machte, wurde die Qualifikation nicht erteilt, — den übrigen sämtlich. Die jüdischen Einjährigen wurden aus dem Offiziersunterricht entfernt und keiner zum Unteroffizier befördert. Dagegen durften sie Unteroffizierdienste leisten. Einer der Einjährigen, den man aus dem Offizierunterricht auszuschließen vergessen hatte, wurde unmittelbar vor dem Ausrücken zur Prüfung am Kasernentor auf höheren Befehl Zurückbeordert." Eigentümlich ist es, daß in den Staaten, deren Offizierkorps gegen jüdische Kameraden keine Bedenken hegen oder nicht zur Geltung bringen können, die bürgerlichen Kreise keineswegs vorurteilsfreier sind als in Deutschland; vielmehr ist es dort gerade der gemeinsame Waffendienst, der die Bekenner verschiedener Religionen wieder näher bringt. Das ist selbst in der österreichisch-ungarischen Monarchie der Fall, wo Juden hohe Chargen im Heere und in der Marine ehrenvoll bekleiden. Dort und zwar säst nur in den Ländern diesseits der Leitha ist es vorzugsweise das spießbürgerliche Element und das an Bequemlichkeit und Genußsreude gewöhnte Banausentum, das in den regsamen, säst unermüdlichen und anspruchlosen jüdischen Handwerkern und Geschäftsleuten unbequeme Wettbewerber erblickt und die Erfolge dieser Konkurrenten unter Benutzung des „Konfessionalismus" und mittelalterlicher Zunfteinrichtungen zu verhindern sucht. Was der Wiener Gewerbeausschuß in dieser Beziehung leistet, würde lächerlich erscheinen, wenn solche Rückständigkeit in einer Zeit rastloser geistiger und technischer Fortschritte nicht eigentlich unendlich traurig wäre. In der jüngst in Wien abgehaltenen Generalversammlung des „Vereins der Detail-Konfektionäre" wurde bezüglich der Beschlüsse des Permanenzausschusses des österreichischen Abgeordnetenhauses dem Befremden darüber Ausdruck gegeben, daß die zum größten Teile aus christlichsozialen Parteigängern bestehenden Damen-Detail-Konfektmnäre, welche am 1. Januar 1906 bereits etabliert waren, weiterhin Maß nehmen dürfen, während die zum größeren Teile aus An-

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