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Im deutschen Reich · 1906-04-01 · Heft 4 (April 1906) · p. 239

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 4 (April 1906)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1906-04-01
Page
239 (sequence 5)
Language
German
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Umschau. 288 Nun könnte eZ ja für die Angehörigen anderer Parteien im Grunde gleichgiltig sein, wie die Antisemiten untereinander mit ihrem Ehrenworte umgehen, aber Herr Lattmann ist nicht nur antisemitischer Reichstagsabgeordneter, sondern er ist auch Preußischer Richter und damit hat er die Verpflichtung höchster persönlicher Ehrenhaftigkeit und Untadelhaftigkeit übernommen." Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Abg. Lattmann von der aufsichtsführenden Justizbehörde und auch von seinen politischen Freunden veranlaßt werden, diese nicht von jüdischer Seite, auch nicht von seinen politischen Gegnern, sondern von einem Antisemitenblatt gegen ihn erhobene Anschuldigung zu widerlegen. Zumal er während der Reichstagsersatzwahl im Eisenacher Kreise in hervorragender Weise tätig gewesen ist. Daß die „Hessische Rundschau" ihn trotz der gemeinsamen antisemitischen Gesinnung angegriffen hat, entspricht nur der Tendenz der „Hessischen Resormpartei", die das Blatt auch gegen die „Staatsbürger-Zeitung" energisch vertritt. Es schreibt: „Wer lediglich die Judenfrage lösen will und an allen großen M enschh ei ts fragen vorbei sieht, der fällt seiner Borniertheit bald zum Opfer. Kommt dazu noch die Verkuppelung dieser Frage mit allen möglichen reaktionären und hochkonservativen Interessen, für welche die Stöckerianer und Liebermänner als Bremser und Rangierer tätig waren und sind, so kann es nicht verwundern, daß die breiten Schichten des Volkes bald von dieser Richtung genug hatten." Zu diesen „Bremsern und Rangierern" gehört auch ein hessischer Landtaasabgeordneter, der eine Zeitlang Mitglied des deutschen Reichstags war, Hirschel, der Direktor der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Friedberg, über den der „Frankfurter Zeitung" aus Friedberg berichtet wurde: „Seit einigen Tagen weilt der Landgerichtsrat Wehner von Gießen in seiner Eigenschaft als Untersuchungsrichter des Landgerichts Gießen hier in Friedberg. Wie man erfährt, handelt es sich bei der Untersuchung um den gegen den Zweiten Direktor, Abg. Hirschel, vorliegenden Verdacht, daß er für Rechnung des Unternehmens vereinnahmte Gelder weit später an die Kasse ablieferte, als dies hätte bei richtiger Geschäftsführung geschehen müssen. Wie man hört, hat die bisher

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