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Im deutschen Reich · 1906-03-01 · Heft 3 (März 1906) · p. 197

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 3 (März 1906)
Article
Königsberg i. Pr.
Date
1906-03-01
Page
197 (sequence 3)
Language
German
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Korrespondenzen. 3(j7 nicht, weshalb nicht klar und deutlich ausgesprochen werden soll, ob und in welcher Weise sich die Grundsätze des Verbandes auf diesem doch lebhaft genug umstrittenen Gebiete geändert haben. Es war doch sonst deutschen Mannes Art und Zier, offen und frei zu sagen, was er will. Hier aber geht man um den Kern der Sache herum, wie die Katze um den heißen Brei. Ich glaube, weil man mit den Vereinen deutscher Studenten die Fühlung nicht verlieren will. Es ist aber unmöglich, mit dem V. D. St., dessen Grundlage, Lebenszweck und Lebensinhalt die Pflege des Judenhasses ist, zu liebäugeln und gleichzeitig in religiöser Beziehung nicht voreingenommen zu sein, d. h. in dem Menschen nur den Menschen zu sehen, wie es sich für Naturwissenschaftliche und Mediziner doch vor allem geziemt. „Die Stellungnahme zum Judentum soll aus den Satzungen gestrichen werden", ist so nichtssagend wie möglich. Der Verband bleibt danach, wie und was er war. Er spricht sich nur nicht darüber aus. Danach bin ich der Meinung, daß der Leipziger Antrag in der vorliegenden Form für uns unannehmbar ist. Die Annahme käme einervölligen Kapitulation unsererseits gleich, und wir hätten auf die ehrenvolle Anerkennung, die uns bisher zuteil geworden, keinen Anspruch mehr. Ich möchte mir aber erlauben, eine Abänderung des Nachsatzes vorzuschlagen und bitte, nur dann für den Leipziger Antrag zu stimmen, wenn der Nachsatz dahin modifiziert wird, daß der Antrag lautet: „Der Beschluß des VK. Kartelltages, den Juden die Aufnahme wegen ihrer Religion zu verweigern, möge aufgehoben und in den Verbandssatzungen ausgesprochen werden „Die Ausnahme der Mitglieder ist unabhängig vom religiösen Bekenntnis." Daß Herr vr. Jaeobp - Egdrkuhnen nicht allein dem Goslarer Verband gegenüber auf diesen: Standpunkt steht, beweist nachstehende im Goslarer Monatsblatt veröffentlichte Erklärung des Vorsitzenden der Gesellschaft Deurscher Naturforscher und Aerzte, Herrn Professor Carl Chun: „Mit Befremden ersehe ich aus der letzten Nummer des Monatsblattes, daß auf dem YII. Kartelltage des Verbandes naturwissenschaftlicher und medizinischer Vereine ein Antrag, welcher „Niemandem wegen seiner Zugehörigkeit zum Judentum die Aufnahme verweigert" mir erheblicher Majorität unter den land-

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