Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 3 (März 1906)
- Article
- Berlin
- Date
- 1906-03-01
- Page
- 191 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 191 Volksschüler konfessionelle jüdische Volksschulen besuchen kann und besucht, dürfte eine auf das Ganze gerichtete Bewegung unmöglich an dieser Einzelfrage haften bleiben. Der Umstand, daß nahezu 1000 von den 1200 bestehenden jüdischen Gemeinden den Standpunkt des Verbandes teilen, spricht deutlich genug dafür, daß trotz aller, nicht immer maßvollen Agitation die Macht der tatsächlichen Verhältnisse den Standpunkt des Verbandes als den richtigen erwiesen hat." Zur Beratung des preußischen Schulunterhaltungsgesetzes schreibt die „Post", das freikonservative Organ des Freiherrn v. Zedlitz-Neukirch, daß die Kosten der „linksliberalen Agitation" gegen den Schulgesetzentwurf hauptsächlich mit jüdischem Gelde bestritten werden. Niemals ist ein Vorwurf unberechtigter gewesen, als dieser. Während früher die speziellen Wünsche der jüdischen Bevölkerung bald dieser bald jener Partei vorgetragen wurden, ist diesmal bei dem Schulgesetzentwurf der Verband der Deutschen Juden selbständig und ohne Anschluß an eine bestimmte Partei, also auch ohne Anschluß an die linksliberalen Parteien an den Landtag getreten. Auf seine Veranlassung haben gegen 1000 von den 1200 jüdischen Gemeinden Preußens der Denkschrift des Verbandes ausdrücklich zugestimmt. Es war also keine Veranlassung, die linksliberalen Parteien in irgend einer Weise besonders für diese Agitation zu interessieren, oder die Kosten einer Agitation der liberalen Parteien zu übernehmen. Es ist das alte Spiel, daß manche Politiker eine gegnerische Sache dadurch zu diskreditieren suchen, daß sie dieselbe als im jüdischen Interesse stehend bezeichnen. Gerade Mitglieder der sreikonservativen Partei haben aber diesmal aus eigenem Antriebe anerkannt, daß die Beschwerden der Verbands-Denkschrift über die Behandlung der Juden im Gesetzentwurf nur zu berechtigt waren. Eine Zeitung wie die „Post" dünkt sich also nicht zu vornehm, einem wenn auch nur gelegentlichen Mitarbeiter eine derartige Entgleisung durchgehen zu lassen. Am A3, v. M. vereinigten sich hier unter dem Vorsitze des Geheimen Kommerzienrats Goldberger zahlreiche Vertreter der Allianee Israelite Universelle aus allen Teilen Deutschlands Zu Beratungen, deren Hauptergebnis die Konstituierung der „Deutschen Konferenz-Gemeinschaft bgx Allianz" als freie Vereinigung deutscher Mitglieder des Zentralausschusses der Allianz mit dem Sitz in Berlin war. Der Vorstand der