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Im deutschen Reich · 1906-03-01 · Heft 3 (März 1906) · p. 132

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 3 (März 1906)
Article
Gabriel Rießer
Date
1906-03-01
Page
132 (sequence 4)
Language
German
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132 Im deutschen Reich. Rießer Lag auch nur die Möglichkeit eines solchen Schrittes außerhalb des Bereichs der Erwägung. Dank dem Einfluß mächtiger Gönner, vor allem Salomon Heines, bot sich ihm aber die Aussicht, an dem jüdischen Geweindegericht in Altona oder am Hamburger Handelsgericht angestellt zu werden oder in anderer ähnlicher Stellung als Jurist sein Brot Zu finden. So wenigstens kalkulierte fein Vater. Rießer selbst dachte frühzeitig an ein anderes Ziel. Der Beruf des akademischen Lehrers war sein Ideal. Rießer in seinen jüngeren Jahren. Nachdem er 1826 in Heidelberg die juristische Prüfung bestanden hatte, wandte er sich Zunächst zur Ergänzung seiner Studien nach München, welches König Ludwig zur deutschen Metropole der Kunst und Wissenschaft Zu erheben bestrebt war. Hier in München traf ihn ein harter Schicksalsschlag, die Nachricht vom Ableben seines Vaters, mit dem ihn nicht nur das Band der Kindesliebe, sondern ein rührendes Verhältnis treuester Freundschaft vereinte. Außer höchstens einigen Briefen Berthold Auerbachs an seinen Freund und Vetter Jakob Auerbach, besitzen wir aus neuerer Zeit kein literarisches Denkmal, welches sich an Innigkeit jüdischen Empfindens auch nur entfernt mit den Briefen vergleichen ließe, die Gabriel Rießer von seinem Vater erhalten hat. Es sollte keinen gebildeten Juden geben, der sie nicht gelesen hat und immer von neuem zur Hand nimmt. Die

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